Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: November, 2015

Suburbane Ghettobelletristik: Kollegah – Pitbulls & AKs

by Kilian

Auch wenn ich mich auf dieser meiner Plattform bisher mit meiner übertriebenen Admiration eines gewissen Felix Antoine Blume und seiner lyrischen Qualitäten, gepaart mit chauvinistischer Lebemannattitüde und erstklassigen, maßgefertigten Produktionen zurückgehalten habe, so komme ich angesichts des Bebens, welches die deutsche Rapszene nachhaltig erschüttern wird, nicht umhin zu sagen: Der Boss ist back!

Wer ob der bereits angelaufenen Promophase für den vierten Teil des Opus Magnum des Bosses der Bosse, welche 2005 mit dem „Zuhältertape Vol.1“ ihren Anfang nahm, noch nicht gehörig auf den 11. Dezember eingestimmt ist, dem sei an dieser Stelle das vor Kurzem veröffentlichte, hochklassig produzierte Video zur ersten Single-Auskopplung „John Gotti“ ans Herz gelegt.

Für mich als Hardliner-Fan der ersten drei Episoden der Saga war bereits die Ankündigung der Fortsetzung vor einiger Zeit pure Musik in meinen Ohren – Volume 1 war immerhin das einzige Album, das bei mir konstant auf jedem meiner bisherigen Smartphones war. Die düstere Klangästhetik der – Beweisstück A und B wurden bereits erbracht – erneut erstklassigen Beats bringen Kollegah zurück in sein Naturell: Pimpslaps, Pelzmäntel, Pitbulls, Shotguns, AKs, Showtime. „Pitbulls & AKs“, mit einer absoluten Top-Produktion des AON-Beatbastlers Reaf unterlegt, welcher bereits auf SSIOs „BB.U.M.SS.N“ 2013 massiv von sich Reden machte, ist, wie es scheint, nur eine weitere Spitze in einer ununterbrochenen Aufwärtskurve in der Karriere Kollegahs. Seien es seine Vergleiche, die unerreichten Reimketten oder die lyrische Finesse – Kollegah präsentiert sich auf dem Zenit seines Schaffens.

Ich für meinen Teil habe absolut keinen Grund, meine Vorbestellung für das „Zuhältertape Vol. 4“ zu bereuen – es ist gut möglich, dass es das beste Album in Kollegahs bisheriger Karriere wird.

via Kollegah

„Nein!!!“: Homer Simpsons deutscher Synchronsprecher ist verstorben

by vctrl

Das Schlimmste, was einer guten fremdsprachigen Serie passieren kann, ist eine komplett versaute Synchronisation. Beispiel Modern Family – in der deutschen Synchronfassung ist die ausgezeichnete amerikanische Komödie nahezu unerträglich, wie ich irgendwann einmal beim Rumzappen feststellen musste. Und damit ist die Serie leider keine Ausnahme, im Gegenteil. „Ich gucke Serien und Filme ohnehin nur auf Englisch“, ist aus diesem Grund oft von Studenten und Cineasten zu hören. Ist man jedoch im englischen Sprachgebrauch nicht so hunderprozentig sicher unterwegs oder hat einfach nur Bock, abends den Fernseher einzuschalten, ist man auf das überwiegend deutsch synchronisierte Programm angewiesen.

Ein traditioneller Lichtblick kommt jedoch nahezu täglich zum Vorschein: unsere heißgeliebte Familie Simpson, die seit mittlerweile 24 Jahren knallgelb über den Bildschirm flimmert. „Die Simpsons“ zählen zu den wenigen Ausnahmen, die ich persönlich sogar lieber auf deutsch sehe als im englischen Original, weil mir die Synchronstimmen seit meiner Kindheit vertraut sind. Die erste große Veränderung fand 2006 statt, als Anke Engelke die Nachfolge der verstorbenen Elisabeth Volkann als Stimme von Marge Simpson antrat.

Nun wird es leider Zeit für einen zweiten wesentlichen Einschnitt: wie man heute erfahren konnte, verstarb am 26. November der deutsche Sprecher von Homer Simpson, Norbert Gastell, im Alter von 86 Jahren. Bereits seit der allerersten Folge übernahm Gastell den deutschen Part von Dan Castellaneta, und schaffte das, was vielen anderen nicht gelingt: einen eigenen unverwechselbaren, aber ebenso passenden Stimmcharakter für die Figur des Homer zu kreieren. Einen, dessen Fehlen eine auffallende Lücke hinterlassen wird. Neben Homer Simpson lieh Gastell seine Simme zahlreichen weiteren Figuren aus Film und Fernsehen, darunter Cornelius Fudge aus der „Harry Potter“-Reihe oder dem Nachbarn Trevor aus „Alf“.

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via Moviepilot

Sendemast übt Szenekritik: Sendemast – Vaporizer

by Kilian

Der Sendemast ist zurück! The Finn und Pierre Sonality, ihres Zeichens beide Teil der deutschen Überposse Funkverteidiger, haben den zweiten Teil ihres Projekts „State Of Flavour“ in der Pipeline und it. Is. On!

Auf einen unnormal guten, G-Funk-geschwängerten (Das G steht für Gönnung. Und für Goodness.) Beat aus der Feder von Crew-Mastermind Pierre Sonality (R.I.P. Marcus B.) drücken sich die beiden Emcees mit sehr starken Parts die Klinke in die Hand und setzen genau da an, wo ihr erstes Album aufgehört hat: Mit intelligenten Lines auf Beats der Güteklasse A und einer Menge Wut auf den Rest der Szene und den Wack MC an sich liefern Sendemast mit „Vaporizer“, ihrem ersten Appetithäppchen aus „State Of Flavour 2“, auch 2015 den Soundtrack für die Homies im Keller des Untergrunds.

In case you missed it: Obwohl auch 2006 mit „lights.exe“ bereits eine Veröffentlichung zu verbuchen war, steppten Sendemast wahrlich erst mit ihrem 2012er Album „State Of Flavour“ ins Limelight (‚cause they rhyme tight) der deutschen Szene und hinterließen mit ihrem gekonnten Mix aus Representern und Realkeeper-Nummern nachhaltigen Eindruck bei den Heads. Bestehend aus Pierre Sonality, The Finn und Ronny Montecarlo scharten die drei Funkverteidiger mit beispielsweise DJ Stylewarz, Toni L und DJ Mirko Machine echte Größen des deutschen Games um sich und konnten mit dem ersten Teil von „State Of Flavour“ sicher das Prädikat Instant Classic für sich beanspruchen. Die Veröffentlichung über Torchs 360° Records war dann nur die Kirsche auf der Sahnehaube.

2015 ist man nun also zurück im Game und der erste Vorgeschmack auf Teil Zwei kann sich mehr als sehen lassen. Stilvoll nächtens im Benz in Hamburg unterwegs, sonnenbebrillt und den Funk gepachtet machen sich The Finn und Pierre wieder einmal daran, die Szene zu retten. Der von Synthies und einem markanten Gitarren-Lick geprägte Beat passt dabei wie die Faust auf den Wack MC zum entspannten Flow und Auftreten der beiden Rapper und dem Cruisen im Mercedes. Die Latte hat der Sendemast auf jeden Fall schon einmal hoch angesetzt und ab dem 22. Januar 2016 wissen wir dann auch auf Albumlänge, wie es in Deutschland um den Flavour bestellt ist.

via Funkverteidiger

I don’t feel a thing: Jesse James Solomon – The Ride Home

by Kilian

„If there wasn’t a Jesse James, he would have been invented“ – der Soundschnipsel zu einem der berühmt-berüchtigsten Pistoleros des Wilden Westens leitet dieses exzellente Beispiel zeitgenössischen Hip Hops ein. Der junge Mann aus London, der sich hinter dem Pseudonym Jesse James Solomon versteckt, gibt online nicht wirklich mehr preis als seinen Namen und seine Musik – eine Herangehensweise, die ich als Journalist weniger, als Fan und Privatmann dafür auch in der elektronischen Musik umso mehr schätze.

Auf einen Beat von Farhot, der sich spätestens seit Baba Hafts „Chabos wissen, wer der Babo ist“ oder auch in diesem Jahr mit seinen Produktionen für Chefkets überragendes Album „Nachtmensch“ als einer der interessantesten Produzenten der deutschen Szene positioniert hat, flowt der Londoner Emcee übertrieben entspannt und veredelt den Track richtig, richtig stark. „The Ride Home“, welches sich auf der online verfügbaren, gleichnamigen EP befindet, wurde im Oktober diesen Jahres veröffentlicht und in Zusammenarbeit mit Noisey mit einem in der Freien und Hansestadt Hamburg gedrehten Video gekonnt illustriert.

Der unverkennbare, newschoolige Flow des Rappers harmoniert perfekt mit der relaxten Produktion des Afghanen, das Gesamtpaket dürfte aber keinen Fan qualitativen Raps enttäuschen. Starkes Video, starker Beat, starker Track, starker MC – watch out for Jesse James Solomon!

via Farhot

Mono Junk – Jupiter Acid (2014)

by Kilian

Alles eine Frage des Timings: Pünktlich zum Wochenende hat mich eine kleine Grippe erwischt und mein bisheriger Tag speist sich aus Podcasts, rumlümmeln und Abfuck schieben. Dass dazu noch die Hälfte der Freunde nicht in Leipzig weilt und die restliche WG mit ihren respektiven Romanzen beschäftigt sind, macht es für mich armen Single mit Lust auf Techno und Ekstase natürlich nicht wirklich besser. Doch wir wären nicht wir, wenn wir uns nicht auch noch die irgendwie dämlichste und unpassendste Situation durch Musik ein wenig angenehmer gestalten könnten – Vorhang auf!

Denn, in der permanenten Hoffnung, morgen Abend in einem (zer)feierbaren Zustand zu sein, freue ich ich jetzt bereits seit einigen Wochen auf Mono Junk, welcher das Leipziger Institut für Zukunft – meinen bisherigen Lieblingsladen hier in der Messestadt – in der Nacht von Samstag auf Sonntag zum Beben bringen wird. Der Finne, der bereits seit über 20 Jahren in der Szene unterwegs ist und mit Dum Records ein ebenso lange aktives wie hochwertiges Label betreibt, zählt im hohen Norden zu den Pionieren elektronischer Musik und als wegweisend für die Entwicklung eines eigenen, finnischen Sounds, geprägt von Minimalismus und analoger Produktion.

Auf dem definitiv nicht minder qualitativen Label des Schweden Skudge, bzw. dessen Tochterlabel Skudge White, erschien im vergangenen Jahr eine unbenannte, vier Tracks starke EP von Mono Junk, auf welcher sich auch der vorliegende Track „Jupiter Acid“ findet. Ein Track, bei dem nicht nur der Name Programm ist, sondern der den geneigten Hörer und Tänzer in feinster Acid-Manier in Richtung Ekstase katapultiert. Definitiv ist die Nummer vom April 2014 nichts für schwache Nerven oder die zarter besaitete Fraktion, für Liebhaber der härteren Gangart aber ohne Zweifel genau das Richtige – und in meinem Fall sicherlich auch die beste Medizin gegen Grippe.

Everyday Normal Sith: Darth Vaders täglicher Grind

by Kilian

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Für all diejenigen, die angesichts des nächsten Monat anstehenden Kinostarts von Star Wars: Episode VII – The Force Awakens schon ihre Blaster locker im Holster haben, ihre Killer Sticks eingepackt und Mos Eisley auf dem Weg zum Kino schon den Rücken gedreht haben, sorgen das Internet, die Populärkultur und eine Menge Hype permanent für interessanten Content. Seien es nun (zugegeben, wieder aufgewärmte) großartige, einmal die Perspektive verschiebende Kurzfilme, in antike Bildhauerei transportierte Helden und Schurken der Serie oder die im Folgen beschriebene Fotoserie – the hype wheel is spinning.

Denn falls der geneigte Fan sich jemals gefragt haben sollte, was unser aller liebster Sith Lord – Christopher Lee in allen Ehren, aber Count Dooku? Come on, das geht auch klüger. – abseits von Planeten hochjagen, Alec Guinness in nichts als eine leere Robe verwandeln oder seine Nachkommen um ein paar Gliedmaßen ärmer machen so treibt, für den hat der Fotograf und Visual Content Creator Paweł Kadysz nun endlich eine Antwort parat.

In 30 Fotos illustriert der Designer aus Bialystok in Polen Darth Vader in zahlreichen Situationen des Alltags: Bei der Morgenhygiene, beim Sport, krank mit Tee und Bademantel, beim Einkaufen oder im Wald beim Holz machen – die dunkle Seite der macht kocht auch nur mit Wasser, who’d have thought. Sehr schön umgesetzter Ansatz mit massiv sympathischer Perspektive auf einen der legendärsten Schurken der Filmgeschichte, der Darth Vader ein wenig menschlicher erscheinen lässt. Oder uns alle ein wenig mehr wie Darth Vader, was ungleich cooler wäre. Checkt die komplette Serie auf Tookapic und die Website des Künstlers.

via Hypebeast

Tim Maia – Acenda O Farol (1978)

by Kilian

Auch wenn ich, was die beiden Floors angeht, eher ein Fan des Berghain denn der Panorama Bar bin, so bedauere ich es mittlerweile doch ein wenig, dass ich am Wochenende nicht ins Heiligtum am Wriezener Bahnhof gegangen bin und dementsprechend den im Folgenden beschriebenen Track verpasst habe. Denn dank einiger großartiger Seiten bei Facebook kann man sich von jedem Ort der Welt jederzeit ein wenig informieren, was in den Clubs am Wochenende so lief und dabei über das ein oder andere Goldstück stolpern: Was, bezogen auf diesen Track, welchen Antal offensichtlich am Sonntag in der Panorama Bar gedroppt hat, das eben beschriebene Gefühl nicht besser macht.

Meinen nicht existenten Portugiesischkenntnissen zum Trotz bin ich nämlich absolut begeistert von dieser Disco-Nummer des brasilianischen Musikers Tim Maia – einer Personalie, die es in sich hat. Denn nicht nur kann Senhor Maia auf eine Diskografie von über 30 zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Studioalben zurückblicken, sondern gilt darüber hinaus auch als Legende und Pionier moderner brasilianischer Popmusik, die mit ihren Einflüssen aus Jazz, Funk, Soul, Bossa Nova und vielem mehr auch weltweit ihre Spuren hinterlassen hat.

„Acenda O Farol“, was laut Google Translator „leuchte den Leuchtturm“ bedeutet – was ich mal als „gib mir ein Zeichen“ paraphrasieren würde – erschien 1978 auf dem Album „Tim Maia Disco Club“ und wurde in seiner brasilianischen Heimat zum Hit und Dauerbrenner. Kein Wunder, nimmt doch die beschwingte, von melodischen Bläsern vorangetriebene, extrem funky Nummer sehr angenehm an Fahrt auf und macht von vorne bis hinten, auch wenn man kein Wort versteht, einfach nur Spaß. Und, um ehrlich zu sein, kann ich mir bei einem gut gemixten Set extrem gut vorstellen, zu dieser Nummer mit großen Animeaugen hemmungs- und rücksichtslos durch die Panorama Bar zu grooven.

via Panorama Bar Music

Madonna, hilf: Nick Höppner – Relate (The Black Madonna Remix)

by Kilian

Anspruchsvolle elektronische Musik aus Deutschland und der Name Nick Höppner gehen Hand in Hand wie die katholische Kirche und fehlplatzierte Priesterpenisse. Sollte man den langen Diskurs über die nicht minder lange Geschichte deutscher elektronische Musik angehen, fallen früher oder später unweigerlich die Schlagwörter Berlin, Ostgut, Panorama Bar und Berghain, mit denen die Personalie Nick Höppner untrennbar verknüpft ist.

Denn der Gründer und langjährige Chef eines der konstant stärksten deutschen Labels, der in diesem Jahr, wohlgemerkt als Familienvater, der die 50 bereits hinter sich gelassen hat, sein lange erwartetes und gefeiertes erstes „echtes“ eigenes Debütalbum veröffentlichte, zählt, trotz selbst erwünschter und erwählter Position am Rande des Rampenlichts, zu den interessantesten Figuren der deutschen Szene und genießt nicht ohne Grund großen Respekt. Auf besagtem Album „Folk“ findet sich auch die vorliegende Nummer „Relate“, welche im Rahmen einer Remix-Platte des im minimalistischen Tech-House-Gewand daherkommenden Erstlingswerks bald über Ostgut Ton erscheinen wird und von The Black Madonna ein exzellentes Makeover verpasst bekommt.

Die Resident-DJ der Smart Bar in Chicago, welche in ihren Vinyl-only-Sets schon zahlreiche Male ihre Expertise, Raffinesse und Qualität in Bezug auf fehlerfreie Technik und exzellentes, vielfältiges Picking unter Beweis gestellt hat, überzeugt mit ihrem Remix zu „Relate“ auf ganzer Linie. Aus einer flächigen, dennoch treibenden Nummer entwickelt sich ein explosiver Groove, der auf jeder Tanzfläche sofort ein Zuhause finden dürfte. Definitiv Prädikat: wertvoll für beide Artists, den Track und diesen grandiosen Remix, den ich am Wochenende, wenn auch nur in den heimischen vier Wänden, einer Probe aufs Exempel unterziehen werde, bei der ich das Ergebnis allerdings schon zu kennen glaube.

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Mark Morrison – Return Of The Mack (1996)

by Kilian

It’s the same old story: Aus meiner Schreiblaune entwickelt sich gerade mal wieder eine kleine Schreibmanie und glaubt mir: Nicht nur aus meiner aufgezwungenen Abstinenz in der Zeit ohne WLAN, sondern auch in der durch meine eigene fehlende Motivation und Faulheit induzierten Sendepause hat sich eine Menge Material angesammelt, das besprochen werden will.

Just neulich hatte ich mit meinem marokkanischen Mitbewohner eine kleine Diskussion bezüglich der anstehenden Abendgestaltung, die sich, auf die Quintessenz heruntergebrochen, etwa mit „Techno, langes Feiern, Tanzen zu repetitiver elektronischer Musik“ gegen „Hip Hop, Soul, Funk und alles mit Groove“ umschreiben ließe. Dazu sei gesagt, dass wir beide für beide Varianten sehr viel übrig haben, die kleine, hitzige, mit harten Bandagen geführte und schlussendlich ergebnislose Debatte in der Küche aber durchaus Spaß gemacht hat.

Während ich dieser Tage nun die neue, sehr empfehlenswerte Netflix-Serie „Master Of None“ mit dem beispielsweise aus „Scrubs“ oder „Parks And Recreation“ oder durch sein Stand-Up bekannten Aziz Ansari in der Hauptrolle bingewatchte (Schaut mich nicht so an, wie würdet ihr das Schreiben?), lief mir dieser Track über den Weg. Ein Track, der in der Serie passend mit „This is maybe the most amazing song that’s ever been ever created“ eingeleitet wird. So weit würde ich persönlich nun nicht gehen, aber mein Mitbewohner hat angesichts dieses absoluten Klassikers ein starkes Argument mehr auf seiner Seite.

Veröffentlicht vor beinahe 20 Jahren, im Frühjahr 1996, wurde „Return Of The Mack“ von Mark Morrison zu einem internationalen Hit, der es in zahlreiche Top 10s und im Vereinigten Königreich sogar an die Spitze der Charts schaffte. Auch wenn der Künstler nach diesem Track durch einige Schwierigkeiten keine wirklich glanzvolle Karriere mehr hingelegt hat, ist ihm mit diesem Song definitiv der große Wurf gelungen, einen zeitlosen Hit zu schaffen. Ich bin mir sicher, dass mein 15jähriges Pseudo-Rocker-Ich mich dafür verachten würde, diesen Track zu posten, aber die mit einem weitaus breiteren Horizont ausgestattete Version meiner selbst feiert diese Nummer einfach nur des Todes. Tanzbar, unglaublich groovig und trotz schnulziger Lyrics einfach nur eine exzellente Definition von Swag. Ja, ich habe Swag geschrieben. Deal with it und drückt auf Play!

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Frohes Neujahr: Bonez MC & Maxwell – Bademantel

by Kilian

Wer sich im Jahre 2015 mit deutschem Sprechgesang auseinandergesetzt hat, kam an der 187 Straßenbande aus der Freien und Hansestadt Hamburg wohl oder übel nicht vorbei. Doch durchaus nicht ohne Grund: Im Februar und im Oktober jeweils ein phänomenaler zweiter Platz in den offiziellen deutschen Albumcharts mit ihrer Crewcompilation „Sampler 3“ und Gzuz‘ Debütalbum „Ebbe & Flut“ und ein ebenso starker wie überraschender fünfter Platz für das Erstlingswerk von LX & Maxwell, „Obststand“, geben den Hanseaten mit kriminellem Tatendrang Recht.

Als Dankeschön für den ungeahnten Erfolg der Crew in diesem Jahr veröffentlichten die Hamburger am gestrigen Mittwoch das Video zu „Bademantel“, einer Kollaboration von Bonez MC und Maxwell, die es in sich hat. Obwohl der von Jambeatz produzierte Track bereits auf dem Sampler der Posse veröffentlicht wurde, rundet das neu erschienene Video den Track fulminant ab. In bester 187-Manier dreht es sich in dieser interessanten Mischung aus Representer, mehr als live-tauglichem Banger und straightem Straßenrap um Ot, Cash, Babaks und die obligatorischen Bitches – von den meiner Meinung nach beiden stärksten Emcees der Crew auf gewohnt hohem Niveau vertont. Auch wenn die Zeit nach Fatoni alle Hypes heilt, so hoffe ich doch mittlerweile ehrlich, dass es für die Hamburger Jungs noch eine ganze Weile so weiter geht und sie aus dem hohen Norden wieder ein bisschen frischen Wind in die Szene spülen: Wenn deutscher Rap auch 2016 so etwas hervor bringt, bin ich Fan.

via JUICE