Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: Februar, 2015

Just look the other way – Inherent Vice

by theaugser

Ein Film von Paul Thomas Anderson wird von mir immer mit ungeheurer Spannung erwartet – denn bereits sein Zweitwerk „Boogie Nights“ (1997) umfasst all das, was Kino so großartig macht – und spielt auch noch Joaquin Phoenix mit, kennt meine Vorfreude keine Grenzen mehr.

Der Plot in Kürze: Dog (Phoenix, ausgestattet mit äußerst beeindruckenden Koteletten) ist ein ständig bekiffter Privatdetektiv, der von seiner Ex-Freundin beauftragt wird, den Immobilienmogul Mickey Wolfmann zu finden. Zwingt mich nicht, die Story hier näher auszuführen – die Vorlage für das Skript stammt nämlich von Thomas Pynchon, dessen Texte gelinde gesagt als ziemlich komplex und auch nur verständlich in ihrer Referenzialität gelten.

Die Geschichte ist sekundär. Wichtig ist, was Anderson daraus macht: einen Joyride durch die 70er, voller skuriller Figuren und absurd komischer Momente – das alles schreit nach einem neuen Kultklassiker à la „The Big Lebowski“ (1998).

„Inherent Vice“ startet heute in den deutschen Kinos!

Sound trifft Holz – Der Amen Break für zuhause

by Kilian

Auch wenn mit Ron Swanson einer der epischsten amerikanischen Fernsehcharaktere die Flagge für qualitative, handgefertigte Holzarbeit hochhält, so ist es doch recht ungewöhnlich, dass ein Produkt aus dieser Richtung meine Aufmerksamkeit erregt.

Doch Designer Colin Hendee aus Austin, Texas vertreibt über seine Etsy-Seite eine ganz besonders inspirierte Kombination aus Musik und Holz – die Wellenform des wohl bekanntesten Breaks der jüngeren Musikgeschichte, mit chirurgischer Präzision aus einem Stück Birke gefertigt. Der Amen Break, der jedem Musikliebhaber schon bewusst oder unbewusst untergekommen ist, stammt aus dem Track „Amen, Brother“ der US-amerikanischen Soulband und Grammy-Preisträger The Winstons aus dem Jahr 1969 und ist der Grundstein für Jungle, Drum’n’Bass sowie unzählige Hip-Hop-Tracks und hat bis heute nichts an seiner Bedeutung verloren.

Dieses spezielle Stück Holz könnt ihr auf Etsy erwerben und wer nun sagt, er habe den Amen Break noch nie gehört, für den sei auch dieses Stück Musikgeschichte hier eingebunden. Eine kreative Fusion aus Konkretem und Abstraktem – I like.

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via FACT Magazine

Ab in die nächste Cantina – Hasbro präsentiert „Looping Chewie“

by Kilian

Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört: Ich, als ewiger Star-Wars-Fan und passionierter Freund aller schlechten Wortspiele, kann dem Produkt, welches im Folgenden vorgestellt werden soll, nur beide Daumen nach oben geben. Sagt hallo zu „Looping Chewie“!

Das Prinzip des Spiels bedarf wohl keiner weiteren Erklärung: Looping Louie, pardon, Chewie, dreht im Millennium Falcon seine Runden und versucht, den imperialen Sturmtruppen eine mitzugeben. Für jeden ausgeknockten Stormtrooper kippt man sich einen Kurzen hinter die Binde, bis auch der letzte Teilnehmer den Weg zur dunklen Seite der Macht gefunden hat. So weit, so gut, so altbewährt.

Das Spiel wird ab September 2015 für den schmalen Taler von $24,99 erhältlich sein und ist für mich jetzt schon ein absoluter Pflichtkauf!

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via Schlecky Silberstein / Nerdist

Quo vadis, Ethik? – Das Kinderkostüm „2. Weltkrieg Evakuiertes Mädchen“

by Kilian

Immer wenn man denkt, es würde geschmackloser nicht mehr gehen, zeigt einem das Internet, unser geliebtes Informationsmedium, neue Tiefen menschlichen Daseins auf – lowering the bar und so. Wenn es um besagten Niveaulimbo geht, sind auch Narren, Jecken und sonstige alkoholisierte Faschingsfreunde immer ganz vorne mit dabei. Es ist ja Fasching, da geht das.

Warum der Online-Shop Party City – „Niemand hat mehr Party für weniger“ – allerdings ein Kinderkostüm anbietet, welches „man […] perfekt für Kostümpartys tragen kann, wo es um das Thema 40er Jahre oder den Krieg geht, oder zum Welttag des Buches“, entbehrt in meinen Augen jeder Logik. Aber hey, immerhin „[…] ist dieses dreiteilige Kostüm einer Evakuierten aus dem Zweiten Weltkrieg typisch für diese Zeit und kommt daher im schicken Mantelkleid-Stil mit Knöpfen vorne und einem Namensschild aus Filz am Kragen“ – Authentizität, yay!

Auch wenn eine solche Geschmacklosigkeit selbst den unterbezahlten chinesischen Sweatshoparbeitern auffallen müsste, ist das „WW2 Girl Child Costume“ für mich auf jeden Fall schon der Niveautiefflieger der Woche. Mal sehen, wie lange das noch „auf Lager“ ist.

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via Blogrebellen

 

Sable Sheep – Upon Burning Skies (2013)

by Kilian

Um durch einen langweiligen, teils immer noch verkaterten, grauen, verregneten Februartag zu kommen, gibt es wohl kein besseres Hilfsmittel als Musik (mir fallen noch einige weitere ein, doch diese bedürfen keiner Aufzählung). Und in meinem Fall hat sich das Durchstöbern der Weiten des World Wide Web heute wieder als sehr erfolgreich herausgestellt.

Denn unter Anderem purzelte mir „Upon Burning Skies“ von Sable Sheep in die Playlist. Eine weitere reduzierte, intelligent produzierte Nummer, die ein folkloristisches Sample exzellent in ein Tech-House-Gewand kleiden kann und dabei gleichzeitig mit ihren perkussivene Elementen glänzt, welche durch ihre erfrischende Simplizität bestechen.

Verantwortlich zeichnet für diesen Track der junge Aachener Produzent Sable Sheep, dessen Release auf Moon Harbour Recordings zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung von zahlreichen deutschen Größen wie &ME, Monika Kruse, Pan-Pot oder Re.You mit Lob bedacht wurde – zurecht, wie wir finden.

Ninetoes – Paapaa (Original Mix) (2014)

by Kilian

An diesem dreckigen, nasskalten Tag gibt es nur eine Möglichkeit, sich die Sonne ins Haus und in den Kopf zu holen – durch die Lautsprecher. Wie der Zufall es will, ist mir just heute Morgen ein Track untergekommen, bei dessen Preview bei Beatport ich mich bereits übertrieben auf den Release gefreut, diesen dann verschwitzt und jetzt doppelt gefeiert habe.

Dem geneigten Konsumenten elektronischer Musik dürfte bekannt sein, dass der Stuttgarter Özgür Yelmen aka Ninetoes weit mehr ist als seine Sommerhymne „Finder“ (2013). Mit Releases auf Suara, Defected, Kling Klong oder Toolroom Records sorgt der Badener quer durch Europa, von London bis Ibiza, mit seiner ganz eigenen Interpretation von Tanzmusik für Furore.

„Paapaa“, welcher Ende vergangenen Jahres auf Saved Records releast wurde, hat diesen speziellen Ninetoes-Groove, der, kombiniert mit seinem Hang zu treibenden, intelligent produzierten Rhythmuspassagen und seinem exzellenten Sample-Picking genau ins Schwarze trifft – so muss Tech House.

von Kilian

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Einer dieser seltenen, doch unglaublich wertvollen Momente, wenn dir eine Hauswand komplett aus der Seele spricht – auch wenn sich mir angesichts des fehlenden „t“ die Zehennägel hochrollen. Gesehen in meiner wunderschönen Wahlheimat Regensburg.

Alles wird Hood – „Straight Outta Compton“ (Official Trailer)

by Kilian

Jedes Genre besitzt seine eigene Sammlung an Meilensteinen, manche mehr, manche minder musikalisch komplex, mit absichtlichem avantgardistischem Anspruch oder schlichtem Überschreiten bestehender Konventionen, manche zeitgenössische und manche spät erblühende Erfolgsstorys.  Seien es beispielsweise das gleichnamige erste Album von Led Zeppelin (1969), das – laut der Ausgabe des Rolling Stone vom März des Erscheinungsjahres – „wenig biete […], was ihr Zwilling, die Jeff Beck Group, nicht schon vor drei Monaten genauso oder besser gemacht hätte“, oder das als Pionierstück elektronischer Tanzmusik geltende „I Feel Love“ (1977) von Donna Summer (produziert von Giorgio Moroder), das bereits zu seiner Zeit in die Top 10 der Billboard- und sogar an die Spitze der britischen Charts klettern konnte – ein Klassiker ist nicht auf den ersten Blick als solcher zu erkennen.

Nicht so in diesem Fall: N.W.A.’s berühmt-berüchtigtes Debütalbum „Straight outta Compton“ (1988) schlug bei seiner Veröffentlichung und in deren Folge derartige Wellen, dass ein bleibender Einfluss auf das Genre und die Musik im Allgemeinen evident war. Lyrische Grenzen wurden missachtet und bewusst überschritten, jeder Missstand des Lebens von jungen schwarzen im kalifornischen Ghetto wurde adressiert und der Politik und ihren Vertretern brutal ein Spiegel vorgehalten. Das rief in seiner Wirkung das FBI auf den Plan und katapultierte das Erstlingswerk von N.W.A. in ungeahnte Höhen.

Das in diesem Jahr erscheinende Biopic, welches auf den selben Namen wie das Album hört, widmet sich nun dem Phänomen N.W.A. und ihren musikalischen Anfängen sowie Auswirkungen. Ein erster Trailer stimmt nun bild- und tongewaltig auf „Straight Outta Compton“ ein und beinhaltet eine extra Introsequenz mit Dr. Dre, Ice Cube, The Game und Kendrick Lamar. Must see 2015!

via Hypebeast

RYC Podcast 109 – Mogano

by vctrl

Die Woche neigt sich wie immer viel zu schnell ihrem Ende zu, und statt vieler Worte hören wir nun lieber den Bass zum Sonntag und lassen uns die Seele von Mogano massieren, der uns mit einem brandneuen Reclaim Your City Podcast beschenkt.

Mit seinem Pseudonym (Mogano ist das italienische Wort für Mahagoni) verweist der in Berlin lebende Marco Berardi auf seinen Hintergrund als Gitarrenspieler, sein Interesse für antike Musiktechniken sowie auf die kraftvollen Bässe, die seinen Sound prägen. Der Bezug zur Natur findet sich außerdem bei seinem 2012 ins Leben gerufenen Label Arboretum wieder, das nach einem botanischem Garten für exotische Holzgewächse benannt ist und damit Ausdruck für die verschiedenen künstlerischen Naturelle ist, die durch unterschiedlichste sowohl analoge als auch digitale Quellen entstehen. Dabei beschränkt sich das Label nicht nur auf die auditive Kunst, sondern widmet sich auch der visuellen, die der Designer Andrea Familari aka Fax übernimmt.

Die experimentelle Arbeitsweise des Labels ist auch in Moganos Set zu spüren, das uns auf eine musikalische Reise entführt, stets angetrieben von gewaltigen Basslines und begleitet von imposanten Soundkonstruktionen, die den Zuhörer in ihren Bann ziehen und fast schon ein wenig ehrfürchtig lauschen lassen. Bon Voyage!

Wahre Worte – Der Mensch und die Nation

by Kilian

„Nationalismus ist die Straßenhure unter den Gefühlen: Billig, muss fast jeden ranlassen und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich etwas Schlimmeres ein.“

– Max Uthoff, deutscher Kabarettist in „Die Anstalt“ vom 3. Februar 2015.