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Kategorie: Zeitgeist

Food for thought: Dr. Gad Saad über „How Political Correctness Limits the Free Exchange of Ideas on Campus“

by Kilian

Der GadFather – ein Vertreter der absoluten Vernunft, glorreiche Online-Persönlichkeit (I’m a GadFella), großartiger Gesprächspartner und rhetorisch auf Höchstniveau, doch zuvorderst immer noch Akademiker. Bereits in dem oben verlinkten Post vom September vergangenen Jahres fand dieser – meiner bescheidenen Meinung nach – höchst interessante Forscher, der sich mit „Evolutionary Behavioral Sciences and Darwinian Consumption“ beschäftigt, auf dieser Plattform kurz Erwähnung. Wer sich nach wie vor unter diesem Begriff nichts vorstellen kann, dem sei das folgende Video ans Herz gelegt – denn wer könnte es wohl besser erklären als der Herr Doktor selbst:

Doch um das „eigentliche“ Tätigkeitsfeld des GadFathers soll es an dieser Stelle gar nicht gehen, denn im Zentrum steht ein gänzlich anderes, aber brandaktuelles Thema: Political Correctness. In der aktuellen Staffel von South Park bereits grandios verarbeitet, ist dieses Sammelsurium aus Social Justice Warriors (SJW), radikalen Feministinnen, College-Kids im wahrsten Sinne des Wortes und einem ganzen Haufen Elemente mehr auf den Campussen Nordamerikas momentan das Streitthema der Stunde. Was dabei beunruhigt, ist die Tatsache, dass – ganz in US-amerikanischer Tradition (wink, wink) – die ganze Chose bisweilen Auswüchse hervorbringt, die absurder nicht sein könnten und bestimmte Aspekte sinnvoll geregelten Zusammenlebens tatsächlich zu gefährden drohen. Angefangen von Safe Spaces bis hin zu Professoren, die ob eines wütenden Mobs um ihren Job und ihre Existenz bangen müssen ist alles dabei – es wäre zum Lachen, wenn es nicht der Realität entspräche. In Bezug auf dieses Thema setzt sich Dr. Gad Saad, der an der Concordia University in Montreal beschäftigt ist, mit anderen Prominenten wie Joe Rogan, Dave Rubin oder Christina Sommers öffentlich für einen rationaleren Umgang mit diesen zweifelsohne wichtigen und zu adressierenden Themen auseinander und versteht sich ganz ausgezeichnet darauf, wenig fundiert argumentierenden Parolenschreiern und anderen Kretins den Spiegel vorzuhalten.

In dem Vortrag, welcher im Rahmen einer Vortragsreihe an der University of Ottawa gehalten und aufgezeichnet und im Anschluss über den YouTube-Kanal des GadFathers aka THE SAAD TRUTH (love it) veröffentlicht wurde, thematisiert er also die bisweilen bizarren Auswüchse übertriebener Political Correctness und ihrer Begleiterscheinung an US-amerikanischen und kanadischen Colleges und nicht nur dem gemeinen Westeuropäer sollte auffallen, dass einige dieser Vorfälle an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu überbieten sind. Da ich der Meinung bin, dass jeder Trend aus den USA – for better or worse – zwangsläufig den Weg über den Atlantik schafft und in Europa Wurzeln schlägt, finde ich dieses Beispiel so interessant, weil es aufzeigt, wie hehre Ideale ad absurdum geführt werden können und welche Folgen das für die Gesellschaft im Ganzen haben kann.

Für die Input-Faulen unter euch gibt es auch einen erklärend illustrierten Ausschnitt aus seinem Vortrag, in dem er einige konkrete Beispiele zeigt, die eigentlich nur Kopfschütteln hervorrufen können. All jenen, die sich für so etwas interessieren, sei allerdings der Genuss der Vorlesung in voller Länge (ca. 40 Minuten, exklusive der Fragen der Zuhörer, Video am Ende des Posts) ans Herz gelegt, es lohnt sich wirklich!

In diesem Sinne: Begebt euch in eure Safe Spaces und genießt!

(Direktlink)

Guter Stoff: „Verhaltenslehren des Vergnügens. Zur Zeitgeschichte der Party“ von Bodo Mrozek

by Kilian

Beim Tanzen auf Privatpartys fänden «manche Damen» es «besonders apart, dabei die Schuhe auszuziehen», bemerkten merklich befremdet die Autoren des Benimmbuchs. Dagegen sei jedoch nichts vorzubringen, denn die Party sei «nun mal das ‹schwarze Schaf› der Etikette. Erlaubt ist, was gefällt, das heißt, was den Partygästen gefällt und zu ihrer Art passt.»

Heutige Perspektiven auf die Party als Ganzes und ihre zahllosen Auswüchse in Populär- und Subkulturen lassen solch eine biedere Herangehensweise an den Themenkomplex teils mindestens mäßig witzig erscheinen, doch parallel dazu muss man sich nur des sehr jungen Konzepts der Party bewusst werden, um ihren kometenhaften Aufstieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen zu können: Von Jugendlichen, die für das Tanzen in Kinos und öffentlichen Plätzen unter Benutzung von Wasserwerfern und Schlagstöcken festgenommen oder vertrieben wurden, zu tagelanger drogeninduzierter Ekstase (mit ortsabhängig variierenden Graden der Toleranz) zu Bässen aus der Hölle oder durchkommerzialisierten Imitationen des Ganzen und all das im temporellen Äquivalent einer feuchten Flatulenz für das Universum – in der Tat beachtlich.

Ähnlich weit spinnt Bodo Mrozek, Autor, Journalist (Welt, NZZ u.a.) und Historiker aus Berlin, den Faden in seinem vorliegenden Text, fundiert und stringent erklärt der Autor des „Lexikon der bedrohten Wörter“ eine kurze Geschichte der Party von ihren Anfängen in der Nachkriegszeit über züchtige Jugendbelustigung bis 23 Uhr bis hin zum Unglück der Duisburger Love Parade 2010. Veröffentlicht wurde der Text, „Verhaltenslehren des Vergnügens. Zur Zeitgeschichte der Party“ in der Zeitschrift für Ideengeschichte, die in der Regel 14 Euro kostet; Mrozeks Text allerdings steht als vorweihnachtliches Präsent zum kostenlosen Lesen und Download bereit. Elf höchst empfehlens- und lesenswerte Seiten zu einem Phänomen, das nicht nur die Bundesrepublik noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Der Text steht nach einem Klick aufs unten stehende Bild kostenlos online zur Verfügung.

Ein Beamter des Jugendamtes etwa hielt die in Jazz-Clubs praktizierten Tänze für «kaum zu beschreiben», versuchte es aber dennoch: «ein verrücktes Gestampfe und Gehopse, bei welchem die Beine in artistischer Gewandtheit bewegt werden». Schlimmer noch war der Umgang mit den Tanzpartnerinnen, denn sie schienen den Tänzern «im Ganzen nur Werkzeug zu sein» und wurden beim Partnerwechsel «einfach stehen gelassen». Dazu waren «Verbeugungen und derartiges Verhalten (…) außer Kurs gesetzt, Haltung, Charme und Eleganz sind Fremdwörter».

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via Berlin Mitte Institut

„Welche sind deine Lieblingsflüchtlinge?“: Oliver Polak schenkt dem Volksmund ein Ohr

by Kilian

Mazeltov! Deutschlands beliebtester Jude (sic!), Aktmodell mit unglaublich viel Sexappeal und der einzige Darsteller, der die Rolle des Adolf Hitler mit echtem Method Acting verkörperte, hat sich erneut mit seinem Mikrofon und einem ganzen Haufen kruder, Charakterzüge offenbarender und dabei überragender Fragen auf die Straßen der Hauptstadt begeben, um dem kleinen Mann sein Ohr zu schenken. Das heutige Thema: Flüchtlinge! Würdet ihr lieber einen afrikanischen Löwen bei euch aufnehmen oder einen afrikanischen Flüchtling? Würdet ihr euren Kumpel oral befriedigen, um zwei syrische Flüchtlinge vor dem Tod zu retten? Oder würdet ihr stattdessen lieber Sigmar Gabriel mit einem G36 – Obacht beim Zielen – erschießen? Mit solchen und anderen wunderbaren Fragen geht Oliver Polak mit beeindruckender Seriösität auf die Volksmeinung ein und schafft es, diese – so absurd und paradox sie stellenweise auch sein mag – so herrlich roh und ungeschnitten zu präsentieren, dass es eine helle Freude ist. Zum Video geht es durch einen Klick auf’s Bild – have fun!

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via Blogrebellen

Techno sticht: Das neue DJ-Kicks-Quartett ist da

by Kilian

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Da wird das Kind im Manne wach: Welcher kleine Junge hat sich nicht jede lange Auto- oder Klassenfahrt mit einem der zahlreichen Quartettspiele erträglich gemacht, die von Feuerwehrautos über Panzer bis hin zu Landmaschinen wirklich jede erdenkliche Fahrzeugklasse abgedeckt haben? Vor lauter Nostalgie wird mir ganz warm ums Herz.

Doch naja, die Zeiten ändern sich, aus den Jungs wird so etwas ähnliches wie Männer und die Interessen liegen weit weniger bei der genauen PS- – pardon, kW-Anzahl eines uruguayischen Militärjeeps als bei langen Nächten in Dunkelheit, unterlegt von lauter Musik. Hab ich jedenfalls gehört. Doch nichtsdestrotrotz muss ich dieses Quartett auf jeden Fall haben: Ursrprünglich wurden die „DJ Top Trumps“ 1996 von !K7 Records, bekannt durch DJ-Kicks und Unmengen weiterer elektronischer Qualitätsmusik, entworfen und vertrieben und zeigten damals unter Anderem die Konterfeis von Sven Väth, Kevin Saunderson oder Carl Craig. Im Zuge der 50. Ausgabe ihrer legendären Serie DJ-Kicks – hören Sie hier – hat man sich bei !K7 für eine überarbeitete Neuauflage entschieden, die man ausschließlich bei einer Bestellung über 20£ im Webstore des Labels gratis dazu bekommt.

In der Neuauflage kommen viele aktuelle Größen der internationalen elektronischen Musik zum Zug: So lässt sich beispielsweise mit Karten von Nina Kraviz, DJ Koze, Motor City Drum Ensemble, John Talabot oder Maceo Plex ab sofort jede beliebige Afterhour versüßen. Allerdings sehr schade, dass sie im Vergleich zum Original  von 1996 die Kategorie „Average bpm“ weggelassen haben, da wüsste ich einige Kandidaten für einen guten Trumpf. Muss ich trotzdem haben!

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via trndmusik.de

Deutschland? Nope. – Sneaker? Yup.

by Kilian

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via Das Kraftfuttermischwerk

„Tekkno von A-Z“ – Das kleine Szene-ABC aus der Bravo anno 1991

by Kilian

Vielen Dank, liebe Bravo, dass ihr euch bereits vor 24 Jahren um verantwortungsvolle Aufklärung rund um Techno – pardon, „Tekkno“ – bemüht habt. Nachdem ich jetzt komplett aufgeklärt bin und es zu keinen Verwechslungen mehr kommen kann, setze ich mich mit Peace in der Birne ins wichtigste Verkehrsmittel für Berliner Tekkno-Fans (natürlich nur zu mehreren, wegen Skinheads, weißt), höre ein bisschen Westbam und lasse mich vom sehr beliebten Sample-Schrei, der viele Bretter würzt, mitreißen.

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via Das Kraftfuttermischwerk

Schmatzkarte – „The Best Places in Berlin – A Map“ by Stil in Berlin

by Kilian

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Auch wenn natürlich jeder moderne (Berliner) Opinion Leader, Journalist, Online-Restaurant-Kritiker, Yelp-Rezensionen-Schreiber, Hobbyphilosoph, Foodie oder Blogger den absoluten Geltungsanspruch seines (kulinarischen) Geschmacks als einzig wahren Glauben vertritt und mit missionarischem Eifer in die Welt blöken will – yours truly inllusive – so kann man es doch nicht verschmähen, wenn großartige Geheimtipps aus der großartigsten Stadt Deutschands in einem großartigen, simplen Design zur Verfügung gestellt werden.

Stil in Berlin, ist der Blog der Autorin Mary Scherpe, die sich – mit einem kulinarischen Fokus – mit allen schönen Dingen des Lebens in Berlin beschäftigt und unter Anderem bereits für Highsnobiety ein fortlaufendes Feature über Berlins Restaurant- und Street-Food-Szene beigesteuert hat. In einem reduzierten und dennoch farbenfrohen Design wurde nun eine Karte für die Bundeshauptstadt veröffentlicht, in der ein möglichst genauer Überblick über die Leckerbissen der Spreemetropole gegen werden soll. Auf der Karte, die den bescheidenen Titel „The Best Places in Berlin“ trägt, zeigt neben bekannteren Locations wie dem Dao Deli auf der Kantstraße auch eine ganze Menge Geheimtipps, die die kulinarische Erfahrung in der Hauptstadt sicherlich bereichern werden.

Erhältlich ist die Karte von Stil in Berlin für den schmalen Taler von 9,90€ genau hier.

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via Highsnobiety

Frühlingsgefühle – Das Wort zum Sonntag

by Kilian

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Nachdem das Bild auf Facebook schon diverse Lacher hervorgebracht hat, auch hier nochmal für die Blogosphäre. OC by yours truly.

von Kilian

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Einer dieser seltenen, doch unglaublich wertvollen Momente, wenn dir eine Hauswand komplett aus der Seele spricht – auch wenn sich mir angesichts des fehlenden „t“ die Zehennägel hochrollen. Gesehen in meiner wunderschönen Wahlheimat Regensburg.

Wahre Worte – Der Mensch und die Nation

by Kilian

„Nationalismus ist die Straßenhure unter den Gefühlen: Billig, muss fast jeden ranlassen und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich etwas Schlimmeres ein.“

– Max Uthoff, deutscher Kabarettist in „Die Anstalt“ vom 3. Februar 2015.