Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: Februar, 2017

So geht Morgensport in der Hauptstadt: Elad Magdasi – Two Floors

by vic

Für Liebhaber der gepflegten elektronischen Tanzmusik geht es momentan heiß her, betrachtet man allein, was im Januar und Februar an neuen Produktionen erschienen ist; da gibt es nicht nur was auf die Ohren, sondern auch für’s Auge, so arty sind einige der Plattencover. Und während der kleine Finger meiner linken Hand eher unästhetisch, aber ganz gemütlich in seinem frischen weißen Mullgewand so vor sich hinpocht und nachwächst – derartige Dinge ereignen sich, nebenbei bemerkt, wenn man mich zu früh und hungrig weckt -, kann ich es nicht lassen, ein paar Zeilen zu der Nummer, die zu besagten Releases gehört und gerade zum mindestens vierten Mal in Folge durch meine Lautsprecher schallt, in WordPress zu tippen. Zur Not eben im 9-Finger-System.

Aua. Um was ging’s eigentlich? Ach ja: „Two Floors“ von Elad Magdasi ist Teil der am 3. Januar 2017 releasten EP „Phasing Faces Vol.1“ [ANAGRAM007], deren drei weitere Titel von Anagram-Labelchef Sinfol aus Amsterdam, dem Italiener Davide sowie der Pariserin Anetha beigesteuert werden. Ein exzellent durchkomponiertes, tanzflächentaugliches Stück Techno, dessen schlagkräftiger Bass mit einer Synthie-Hookline garniert ist, die „Two Floors“ prädestiniert für die beste Sommerzeit: 7 Uhr morgens in der Pannebar (oder so ähnlich). Es empfiehlt sich mit Nachdruck, die Veröffentlichungen von Anagram im Auge zu behalten. Und bei Gelegenheit auf Anethas „Acid Train“ zu hüpfen.

Am 3. März 2017 dreht Elad Magdasi, der in Berlin lebt und arbeitet, dort die Teller und Knöpfchen in der Griessmühle, nebst u.a. Delta Funktionen, Ness, Daito und Nihad Tule.
> Veranstaltung auf Resident Advisor

via HATE
Elad Magdasi
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Dreamy Debut: Artefakt – Kinship (Album)

by vic

Wie ein gelungener Auftakt funktioniert, demonstrieren in diesem noch recht jungen Jahr die Niederländer Robin Koek und Nick Lapien, die zusätzlich zu ihren Soloprojekten zusammen als DJ-Duo und Liveact unter dem Namen Artefakt die Clubs aufmischen. Nachdem bereits einige ihrer gemeinsamen Produktionen seit 2014 auf EPs der Labels Prologue, Field Records, Delsin und Konstrukt erschienen sind, feierten die beiden am 20. Februar 2017 mit „Kinship“ [122DSR] nun ihr Album-Debüt auf Delsin Records.

Das gute Stück beweist auf 2 x 12“ nach den vorangegangenen EPs zum wiederholten Male das Feingespür des Duos für das Zusammenwirken von Percussion und atmosphärischen Klangreisen und deckt mit seinen sieben Tracks ein recht breites Genre-Spektrum von Ambient über Electro und Acid bis hin zu Dub-Techno ab.

Nach dem behutsamen Einstieg durch den gleichnamigen Titel „Kinship“ wird es mit „Tapestry“ ein wenig düsterer, was daraufhin die Electro-Dynamik, Harmonie und frühlingshafte Unbeschwertheit von „Entering The City“ und „Somatic Dreams“ wieder ausgleichen.

„Fernweh“ schiebt im Anschluss noch ein wenig an und leitet damit zu „Return To Reason“ über, einer Nummer, die wohl in nächster Zeit noch auf der ein oder anderen dunklen, vernebelten Tanzfläche zu hören sein dürfte. [Nachträgliche Anmerkung: „Return To Reason“ eignet sich im Übrigen – und vermutlich nicht zufällig – hervorragend als Soundtrack für den gleichnamigen Experimentalfilm von Man Ray (Originaltitel: „Le Retour À La Raison“) aus dem Jahr 1923, den es auch auf Youtube zu sehen gibt. Man spiele also Film und Track parallel ab – zack feddich: 29nov films.] „Tapeloop 1“ schließt mit seinen harmonischen Sphären als siebter und letzter Titel den musikalischen Kreis, womit „Kinship“ zugleich sein Ende findet und wieder von Neuem beginnen kann.

Und tatsächlich hat man an dieser Stelle irgendwie das Gefühl, soeben einer in sich geschlossenen Narration gefolgt zu sein. Sogar – voll schön! – mit Happy End. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, dem sei der folgende Link zum freien Stream in voller Länge auf Bandcamp empfohlen.

„Kinship“ bei Delsin Records
Artefakt
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„Abstrakt: Design als Kunst“ … für die Couch

by vic

Für die neue Netflix-Dokumentationsreihe „Abstrakt: Design als Kunst“, die auf der VoD-Plattform seit 10. Februar zu sehen ist, öffnen renommierte Kreative aus einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen die Türen ihrer Ateliers, wo sie Anekdoten, persönliche Eindrücke und Erinnerungen aus ihrer beruflichen Laufbahn in der Kreativwirtschaft zum Besten geben und sich zwischendurch immer wieder während ihrer Schaffensphasen von der Kamera über die Schulter blicken lassen.

Illustrator Christoph Niemann etwa beginnt mit den simpelsten Alltagsgegenständen und Formen und zaubert daraus allerhand, von diversen Covern für das New York Times Magazine bis hin zu verblüffenden Instagram-Skizzen, während Nike-Designer Tinker Hatfield von weichen Knien vor der Präsentation der ersten Modelle der inzwischen legendären Air Jordan-Serie in Anwesenheit des – in mehrfacher Hinsicht – großen und inzwischen ebenfalls legendären Sportlers berichtet. Außerdem mit von der Partie sind Bühnenbildnerin Es Devlin, Architekt Bjarke Ingels, Innenarchitektin Ilse Crawford, Grafikerin Paula Scher, Automobildesigner Ralph Gilles sowie der Fotograf Platon, denen jeweils eine Episode mit knapp 45 Minuten Laufzeit gewidmet wird.

„Abstrakt: Design als Kunst“ vermittelt nicht nur einen kurzweiligen Einblick in die verschiedenen Arbeitswelten, sondern regt als Serie mit ihrerseits ebenso ansprechender  Ästhetik auch gleich den Zuschauer, der gerade noch gemütlich auf seiner Couch lümmelt, an, nach dem Abspann an den Schreibtisch zu wechseln, mit nichts als einem weißen Blatt Papier vor sich…

Zu sehen ist die Doku-Serie exklusiv auf Netflix, und zwar genau hier.