Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: Juni, 2016

dude&phaeb – Bandmaschine (digitalluc Remix) (2014)

by Kilian

„Denk ich an deutschen Hip Hop in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht“ – zu oft und zu oft berechtigt schwirrt dieses Sentiment durch die Szene und ihre Medien. Es ist als Fan deutschen Sprechgesangs allerdings auch schön zu wissen, dass man, so man sich denn eingehender mit der Materie beschäftigt, als es das Bestellen der zehnten überteuerten Deluxe-Box oder des Coppens neuer Gewand gewordener Gräueltaten mäßig begabter musikalischer Eintagsfliegen vor der abendlichen Clubshow in mediokren Kaschemmen von Gütersloh bis Traunstein zulässt, ewigen Unkenrufen doch auch immer wieder Qualität entgegenbringen kann.

Konstanter Lieferant solcher Qualität ist der Leipziger dude26, der sowohl als Produzent wie auch als Emcee und Lyriker in Wort und Beat gleichermaßen zu überzeugen weiß. Ob solo oder in Kooperation mit seinem musikalischen Partner in crime, fablephaeb, der Output der beiden Rapper aus der Messestadt als dude&phaeb spricht für sie. Produktionen alter Schule und um mehrere Ecken gedachte und in die Tiefe gehende Texte treffen in der Musik der beiden gebürtigen Hildesheimer kongenial aufeinander und hinterlassen Hip Hop, auf den der deutsche Untergrund mehr als stolz sein kann.

Bandmaschine“ entstammt ihrem Erstlingswerk, „Monokultur„, welches im Jahr 2013 über ihr Label Daily Concept veröffentlicht wurde. Der vorliegende Remix kommt vom Münchner Produzenten digitalluc, welcher ebenfalls durch einige großartige Produktionen und Remixes in den vergangenen Jahren die Aufmerksamkeit der deutschen Hip-Hop-Heads erlangte und auch für den Track der beiden Leipziger liefert digitalluc ein formidables Klangbett: Soulig, jazzig, warm, dabei angenehm verträumt-melancholisch und mit harmonischer Instrumentierung passgenau Atmosphäre schaffend. Man muss eben nicht immer um den Schlaf gebracht sein, wenn man nachts an deutschen Hip Hop denkt.

via digitalluc

Soulful Strolling: Kidsoul – Playin Games

by Kilian

Merke: Schicke Leuten nicht den Link zu deinem Blog, wenn du seit Ewigkeiten nichts geschrieben hast. Wenn die vergangenen, aus meiner Perspektive wirklich allzu unproduktiven Wochen immerhin eines bewirkt haben, dann, dass ich mich ab sofort wieder wirklich verstärkt dem Schreiben widmen will, anstatt mir Unmengen an musikalischem, literarischem, wissenschaftlichem und anderweitig interessantem Input zu Gemüte zu führen und dabei doch immer die Gelegenheit liegen zu lassen, das Ganze in Text umzusetzen und mit den Menschen, die ich erreichen kann, zu teilen. Zum Glück ist das Material dafür zuletzt – in Ermangelung der Umsetzung hier auf dem Blog – zu einem mehr als beachtlichen Stapel angewachsen, so let’s get it on!

Auch bei recht wechselhaftem, zu nichts so recht motivierendem Wetter hier in Leipzig, hat mir doch ein Track heute definitiv zu massiv sommerlichen Vibes verholfen. Schöner noch, dass mir der betreffende Artist vorher noch komplett unbekannt war und darüber hinaus seine Homebase gar nicht mal so weit weg von meiner Heimat hat. Der Gute hört auf den Namen Kidsoul und unterstreicht besonders den zweiten Teil seines Namens mit seinem bisherigen musikalischen Output. Beeindruckend smooth schlendert Kidsoul auf den fünf Tracks, auf denen er im Vorfeld seines anstehenden EP-Releases zu hören ist, über die sahnig-souligen Beats. Ohne Probleme wechselt der junge Schweinfurter von filigranen Falsettmelodien zu verschnörkelten Flows, on point, voller Seele und immer aus einem Guss.

Auch sein Track „Playin Games“, welcher im Frühjahr diesen Jahres das Licht des Internets erblickte, stellt hier keine Ausnahme dar: Auf eine Produktion von IHPMAN und Biju, beseelt mit Verve bis zum Umfallen und Rap- und Gesangsparts, die jeder Musikaficionado, der etwas auf sich hält, nur mit einem obamahaften „Not Bad“ abnicken kann, trifft Kidsoul genau ins Schwarze. Die EP des jungen Mannes wird mit Sicherheit mehr als hörenswert werden und ihr solltet nicht verpassen, euch mit seiner Musik zu beschäftigen – es lohnt sich. Zur großen Freude aller gibt es die bisherigen Veröffentlichungen auch allesamt als Free Download, sommerlichen Vibes voller Soul aus euren Speakern steht also nichts und niemand im Wege. Das Video entstand im Rahmen der großartigen COLORS aus Berlin, bei denen mit exakt der richtigen Mischung aus Minimalismus und Verspieltheit bei Interviews und Liveshows der Fokus auf Künstler und Musik statt Effekthascherei gelegt wird, den Downloadlink findet ihr bei Soundcloud.

via Eloquent