Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Kategorie: Sets

Secret Splendour: Tommy Four Seven – Reclaim Your City 200

by Kilian

Für diesen etwa zwei Wochen alten Beitrag zur großartigen Podcastreihe von Reclaim Your City, ganz zufällig auch die 200. Ausgabe, zeichnet – für so ein Jubiläum will der Künstler natürlich mit stilvollem Fingerspitzengefühl gewählt sein – der in Großbritannien geborene und in Berlin lebende und wirkende DJ und Produzent Tommy Four Seven verantwortlich. In der Szene einen Namen machen konnte der Brite bereits ab Mitte der Naughties, wobei sein musikalischer Pfad, der von Releases über beispielweise Electric Deluxe oder Wolfskuil Records 2011 zum Release seines ersten Solo-Longplayers über Chris Liebings Label CLR führte. Und auf seinem Debütalbum direkt einmal Regis, Robert Hood und Perc als Remixer anführen zu können, ist ein Prädikat, mit dem sich wohl so einige gerne schmücken würden können. Nach weiteren Beiträgen auf unter anderem Lucys Label Stroboscopic Artifacts und Remixes für eine Vielzahl großer Namen haben sich, neben dem Auflegen und Produzieren, seine im Arena Club in Berlin beheimatete Eventreihe 47 und ein gleichnamiges Label, auf dessen Samplern bisher beispielsweise Kwartz oder AnD zu hören waren, als Stützen des kreativen Outputs von Tommy Four Seven herauskristallisiert.

In den zwei Stunden, die der Wahlberliner für Reclaim Your City kompiliert hat, findet sich die signifikanten Mischung des Künstlers, fließend und ohne merkbare Transition zwischen geradlinigem Techno und breaklastigem Sound für anspruchsvollere Gemüter zu wechseln, ohne dabei auch nur einmal den Dancefloor aus dem Auge zu lassen. So formen unter Anderem Tracks von Umwelt, Radial, Stephanie Sykes und vielen weiteren gestandenen Namen der internationalen Technoszene 120 Minuten exzellent gemischter, harter elektronischer Musik, die jedem, der mit dem Namen Tommy Four Seven ohnehin schon etwas anfangen konnte, als auch jedem anderen, wärmstens zu empfehlen ist.

via Umwelt

Diggin‘ the scene with a gangsta lean: Rrari Paapi – Scurrderia Rides #1

by Kilian

Zeitgenössischer, populärer Hip Hop aus den USA war für mich, in meiner bisherigen Karriere als Fan, selten ein Thema und ich bin auch, um ehrlich zu sein, mit dem Großteil der Releases und der als Hoffnungen verkauften und vermarkteten Künstler jenseits des Atlantik nicht wirklich warm geworden. Mit dem Aufkommen des in bundesdeutschen Gefilden so unsäglich mit Cloud Rap betitelten Rapstils, der ja selbstverständlich seine Wurzeln in den USA bzw. im Internet hatte und statt komplizierten Reimen als Qualitätsmerkmal auf einmal unverständliches Geseiere auf überproduzierte Plastikbeats teilweise die Norm wurde, war für mich dann eigentlich sowieso der Keks gegessen und ich verlegte meinen Fokus wieder hin zum online diggen, statt unbedingt auf der Höhe bleiben zu müssen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich verbringe einfach keine Zeit damit, mir solchen Kram anzuhören, höre kein Radio und gehe höchst selten in Clubs, in denen einer breiten Hörerschaft gefallen sollender Hip Hop gespielt wird und das gesamte Klangbild und die Produktionselemente nerven mich, wenn ich einfach nicht in der Stimmung bin, in jeder Faser meines Körpers.

Nichtsdestotrotz bin ich ja ein stets offener Mensch und niemand, den man nicht überzeugen kann. So setzte mir die wohl mächtigste Meinungsmachemaschine der Geschichte der Menschheit, der weise, bald zu unserem digitalen Overlord mutierende und die Menschheit bis ans Ende ihrer mickrigen Tage zu einem Leben in Knechtschaft verdammende Facebook-Alogrithmus, der uns nur zur Befriedigung seiner ob seiner Genese aus all unserem abgefuckten Input entstehenden perversen Triebe unsere restliche Zeit auf Erden versauen wird, folgendes Tape vor die Nase, was, um die beiden hier angefangenen Erzählstränge einfach mal gekonnt zusammenzuführen, sowohl meine Meinung über die soi-disant jüngere Klangästhetik englischsprachigen Hip Hops etwas revidieren konnte als auch ewige Leibeigenschaft etwas smoother und angenehmer gestalten könnte. So, Kurve gekriegt.

Ganz aus der Nähe meiner unterfränkischen Heimat, aus dem schönen Städtchen Aschaffenburg – ich kann jedes Mal nur ein Shoutout an Schlappeseppel geben, krank gutes Bier – stammt die Cosmo Gang, deren Mitglieder hier und dort auch schon auf dem Blog gefeatured wurden, daher verweise ich auf einfach mal auf die verlinkten Posts für weiterführende Informationen. Aus der Mitte dieser in der gesamten Bundesrepublik verstreuten Gang mit Homebase AB steppt Rrari Paapi an die Decks und bringt der geneigten Hörerschaft „Scurrderia Rides #1„, einen etwas über 50 Minuten langen Mix, der einfach Laune macht. Bei mir im sonnigen Leipzig gestern und heute einfach der optimale Soundtrack gewesen, auch wenn ich, wie oben erwähnt, mit einer großen Portion Musik dieses Spektrums so rein gar nix anfangen kann. Nunja, manchmal ist das Ganze eben doch mehr als die Summe seiner Teile. Das Set, welches im Rahmen der ersten immer.ready-Party (immer.ready ist die recht interessante Kombination von Marvin Game, Holy Modee, Morten und Mauli) auf Soundcloud veröffentlicht wurde, gefällt mir bei jedem Replay besser – exzellentes Wetter, coole Tunes und Wochenende, könnte schlimmer sein. „Ein paar immer.ready Banger, viele aktuelle (RAP)HiTS, ein paar Klassiker aus der golden Era (2012-2015) und etwas POP für die letzten schönen Tage des Jahres“ – interessante Definition von „Golden Era“, aber sonst, yo!

via Cosmo Gang

Some fuckin‘ tunes: Cinthie – EG.572 (Mix)

by Kilian

Die charmante und bezaubernde Cinthie, welche ich bereits einmal im Backstage eines unserer Events in Regensburg kennenlernen durfte, hat für die Kollegen von Electronic Groove einen ganz formidablen Mix hingezaubert. Eine Stunde feinster House, nicht mehr und nicht weniger.

Cinthie aus Berlin, welche bereits auf zwei Jahrzehnte Erfahrung als DJ, Produzentin und Labelbetreiberin zurückblicken kann, gehört in die für mich glasklar ersichtliche, für viele meiner „strictly techno“-Freunde allerdings schwer greifbare Sphäre von „gutem House.“ Was für House hörst du denn, Kilian? Guten. So einfach ist das. Unprätentiös, keine Tech-House-Effekthascherei mit simpelster Stimmungsmache, groovy, stilvoll, einfach gut. Viele organische Sounds, wohldosierte Vocals, das gewisse Etwas – naja, ihr wisst ja langsam, was mir gefällt.

Die Grande Dame von Beste Modus und Unison Wax, zwei exquisiten Vinyl-Only-Imprints aus Berlin, die nebenbei auch noch mit ihren Residencies in der IPSE und dem Humboldthain die Berliner bereichert, hat sich für mich, der ich – mea culpa – jetzt erst in den vergangenen Wochen im Besitz eines funktionierenden Plattenspielers bin und mein Vinyl-Budget viel zu klein ist, besonders durch ihre durchdachte, balancierten, Dancefloor-orientierten Sets ausgezeichnet, die man dank Internet ja zur Genüge findet. Auch ihr aktueller Beitrag zum Podcast-Katalog von Electronic Groove aus den USA hat meinen Geschmack mal wieder getroffen, und was gibt es Besseres als beschwingte Klänge für einen entspannten Start in den Tag? Die Optimale musikalische Unterhaltung für einen kalten, aber sonnigen Leipziger Montagmorgen, an dem man sich irgendwie für die Uni motivieren muss – have it your way.

via Cinthie

Surge and Destroy: Trade Live in Dublin (2015)

by vic

Feierabend, wie das duftet… Nein, es handelt sich hierbei um keine Werbung für Teewurst, sondern um einen simplen Ausdruck meiner Euphorie. Was außerdem hier in der Neuköllner Luft hängt, sind neben der Frühlingsluft momentan wummernde Techno-Beats feinster Qualität.

Seit dem Release der neuen EP von Jamie Roberts alias Blawan (den ich auf einer vollkommen asexuellen, dafür aber höchst spirituellen Ebene schlichtweg liebe) ist diese bereits x-mal rauf- und runtergelaufen, und um sie mir nicht komplett zu versauen, musste etwas Ähnliches, aber Anderes her. Neben Karenn (an der Seite von Pariah) und Parassela (mit Alberto Marini und Domenico Cipriani) hat Roberts seit 2013 eine weitere Kollaboration am Start, und das mit keinem Geringeren als dem britischen Großmeister Anthony Child aka Surgeon. Ihr Projekt Trade ist eine Zusammenarbeit zwischen zwei absoluten Größen der elektronischen Musik aus Großbritannien, die damit das Beste aus zwei Generationen in Einklang bringen.

In ihrem unten verlinkten Live-Set vom 2. Oktober 2015 aus dem Dubliner Club District 8 ist alles dem Zufall überlassen: mit ihrem Setup aus modularen Synthesizern und Hardware improvisieren Roberts und Child knappe 74 Minuten treibenden Loop-Sound mit eingängigen Bässen und Acid-Elementen. In einem Interview auf der Website des Londer Clubs & Labels Fabric sprechen die beiden über das kollaborative Improvisieren in ihren Shows: „Performing with modular and using no computers or samplers meant that nothing whatsoever is pre-planned or prepared. It’s totally improvised live at the moment it happens.“ (Surgeon).

 

Während ich normalerweise an dieser Stelle meinen Beitrag  zum Ende gebracht hätte, geht es nun jedoch – dank eines Gedankenanstoßes durch einen Freund von mir (der im Gegensatz zu mir Expertenwissen bezüglich modularer Synthesizer besitzt) – noch ein klein wenig ins Detail, was das Equipment von Trade angebelangt. Die Recherche nach dem Setup der beiden ergab sogar tatäschlich ein überaus genaues Ergebnis: Anthony Child, der sich höchstpersönlich auf einem Online-Forum namens Muff Wiggler herumtreibt, hat dort dankenswerterweise folgenden ModularGrid-Link zur Verfügung gestellt, der sein Setup der Show in Dublin zeigt.

Über das Equipment von Jamie Roberts/Blawan weiß er nur: „eurorack case, some kind of looper, Beatsetp Pro + a couple of Strymon pedals„.  Was bei all dem Kabelsalat und Knöpfchendrehen herauskommt, kann sich auf jeden Fall hören lassen an so einem Samstagabend.

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Yummy: DJ Dørbystarr – Neuer Leipziger Flavour (Mixtape)

by Kilian

Nach einer Woche voller unglaublich gutem Essen, unverschämt viel Schlaf und erdrückender Leichtigkeit bin ich heute Abend in die Messestadt zurückgekehrt und ich muss sagen – bei aller Liebe zum Dorfidyll, es ist schön, wieder hier zu sein. „Setting the mood“ war dann auf die Schnelle auch überhaupt kein Problem und um den passenden Soundtrack zur Rückkehr in mein mir schon sehr lieb gewordenes Reudnitz muss ich mir, Internet sei Dank, auch gar keine Gedanken machen.

Wie Mase geht mein Vorrat an Papers niemals zur Neige, daher passen Beats und Rhymes perfekt in die Stimmung. Mein Leipziger Bloggerkollege von raputation.de – mit dem ich, wenn ich mich recht erinnere, sogar mal wegen eines WG-Zimmers ein Skype-Gespräch hatte – hat seine 1200er angeschmissen und eine wirklich feine Chronik des Leipziger Hip Hop der vergangenen Dekade zusammengestellt. Auf seinem Mixtape „Neuer Leipziger Flavour“ machen wir Station bei bekannteren Vertretern wie Morlockk Dilemma oder den Funkverteidigern und ihren Solo-Artists, über die etwas tiefere Ebene beispielsweise eines Omik K. oder von dude & phaeb bis hin zu Namen wie 8ZWO7 oder Almächtig, die mir bisher wirklich noch nie untergekommen sind.

Und tatsächlich, mea culpa, ich hab mein Faible für den Hip Hop hier in Leipzig bisher wirklich schleifen lassen, von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der lokalen Szene vis-à-vis ganz zu Schweigen. Doch dieser Querschnitt durch die Jahre 2005 bis 2015 in der Leipziger Szene, welcher mit einem Cover von Pierre von Helden auch passend (Vorsicht: Wortspiel) lokalkoloriert wurde – Shoutout an Pierre an dieser Stelle – spricht eine deutliche Sprache. Denn wie die beinahe zwei Stunden von DJ Dørbystarr beweisen, besteht für mich hier definitiv Nachholbedarf.


 

TRACKLIST

Intro – Dr. Helmut Kohl (1989)
BzumZ aka Barack Zobama – Rap Ohne Leipzig [Dr. Cooper Remix] (2014)
BzumZ aka Barack Zobama – Dreckiges Paper (2013)
Stylus & DJ Skyline – In Meinem Kopf (2014)
Stylus – YesYesYo Shit mit DJ derbystarr & Caligari (2015)
Stylus – Luxus [Grammophon Finest Remix] (2015)
Caligari – Argumentationskette (2014)
Caligari – Zehn Weedgesetze [Wer Baut, Der Haut] (2013)
[Skit] – Neulich Bei Einer Umfrage In Leipzig (2012)
Bob Headfuck – Roter Teppich (2014)
Trashfuck – Die Hoodhymne (2012)
Morlockk Dilemma & V-Mann – WK8 LSD (2007)
Morlockk Dilemma – Party’s Over (2006)
Padshah & Spank – Guerilla Taktik (2014)
Padshah – Grünauer Blocks Part II (2013)
[Skit| – FreestyleRAP (2015)
Fallobzt – Illusion und Idee feat. Orez und Cimo (2015)
Flowkost & Fallobzt – Medizin schicken (2015)
[Skit| – Fakt ist Fakt Crew, Leipzig ist gefährlich (2014)
Phoenix Muhammad – Silence (2014)
Phoenix Muhammad – Californium (2014)
Dude&Phaeb – 1989 (2013)
Dude&Phaeb & Emcee Sick (Pseudo Slang) & ChezzOne – Goin‘ on (2014)
Kritikal27 & Schattenparker & Stylus & DJ derbystarr – Guten Appetit (2014)
Kritikal27 & DJ derbystarr – Soundcloud (2014)
Beppo S. & Peter B. – Motus (2014)
Beppo S. – Vor dem Mittagsschlaf (2015)
Rasputin – Wieder ma ganz unten (2013)
Rasputin – Schmetterling feat. Clueso, Dirt M, Norman Bates (2005)
Stockinger x Duktus – Scheinwelt (2015)
Stockinger – Come Closer (2012)
Jahmica – Spasskammer [DJ derbystarr TONIGHT SOMMER-FLIP] (2012)
Jahmica – Voll wie Kurt (2015)
Jahmica & FloFilz – Jazzismus Gegen Rechts (2014)
Jahmica – Westwind (2012)
Jimmi Vau – Rendering Fehler *Exklusiv* (2015)
[Skit| – Stieber Twins im Conne Island (2009)
Funkverteidiger – Moselfeuer (2013)
Funkverteidiger x Size Beats – Industriepalast (2014)
Katharsis & Paw Cut – Drunk, Broke & High (2014)
Pierre Sonality – Küchenmesser feat. Mr. Lipster (2009)
Die Kraszesten – fünfKOMMAvier feat. Dextar (2011)
Scientist & Mr. Lipster – Südvorstadt (2007)
Scientist – PidD feat. Mr. Lipster & Mauheld (2008)
Omik K. – Wenn Wir Rollen (2014)
Omik K. – Ostblockspezial feat. Der Plusmacher (2014)
Aglie 827 – Kassensturz feat. Hektik (2013)
8ZWO7 – Lebensziel (2015)
Ket & Scientist – Keine Rolle (2013)
Ket – Es geht mir gut (2012)
Almächtig – Bürgermeister (2015)
Almächtig – Y (2015)
Cleptomatic & Optimus Rhyme – Brandloch in den Jeans (2013)
Cleptomatic – Knicker feat. Siriuz (2012)
Ostfront Crew – So nun nicht feat. Msta & Ju (2008)
rIchArt [Ostfront Crew] – Künstler im Knast (2011)
[Classic] Lockstoff Crew aka Steiles, Überkinger, DJ T-Rox & Marcel MC – It’s Been A Long Time (2002)

via frohfroh

Präludium: Tadeo – Oscillate Podcast No°11

by vic

Hach, schon schön, so ein Freitag. Die Rucksäcke samt Vorlesungsskripten liegen in der Ecke und wir sind wieder bereit für jeglichen Schabernack, der sich uns in den kommenden beiden Tagen bietet.

Ich persönlich bewege mich im Rahmen einer sorgfältigen Vorbereitungsphase bereits seit einer Stunde nickend durchs Zimmer, aber nur ganz dezent. Wollen ja nicht gleich das ganze Pulver verschießen. Der Herr, der mich soeben musikalisch begleitet, gibt sich nämlich morgen live die Ehre. Und das auch noch in einem meiner Berliner Lieblings-Technoläden, dem about:blank.
Die Rede ist hier von Tadeo, den mein geschätzter Kollege Kilian auch bereits das ein oder andere Mal erwähnt hat. Die Jungs von der Oscillate-Crew holen den guten Mann freundlichweise morgen nach Berlin zum einjährigen Jubiläum ihrer Veranstaltungsreihe. Und weil das noch nicht reicht, sitzen neben ihm auch noch einige weitere Kollegen des spanischen Labels non-series mit im Boot, darunter Labelchef Psyk sowie Savas Pascalidis. Für die House-Liebhaber ist natürlich auch gesorgt: Monsieur Moomin wird ebenfalls live einheizen, begleitet u.a. von Lawrence und Madame Kate Miller. Wer das Glück hat, sich mit ausgeruhten Tanzbeinen und ein wenig Motivation in Berlin zu befinden, sei herzlich willkommen, um mit mir dort ein Bierchen zu trinken!

Tadeos aktueller Oscillate-Podcast sorgt inzwischen für die angemessenen Schwingungen im Pre-Party-Modus:

Alte Schule, Bruder: Bones E Boy – Nu Groove Records Label Mix Vol. 1

by Kilian

Auch wenn unbestreitbar im Bereich der elektronischen Musik in Trendphasen allein durch die schiere Masse an Veröffentlichungen auch ein respektabler Prozentsatz zu vernachlässigender Tonträger abgesondert wurde, so findet der interessierte Hörer im Reich des klassischem House alter Schule doch rasch die eine oder andere Perle. Wenn nun ein DJ aus dem Backkatalog eines der einflussreichsten – wenngleich auch nicht mit größerem finanziellen Erfolg gesegneten – House-Labels nur aus hauseigenen Platten einen formidablen Mix abliefert – umso besser.

Um exakt solch ein Exemplar handelt es sich hier: Nu Groove Records, 1988 in New York City gegründet und unter der Regie von Frank und Karen Mendez laufend, existierte bis 1992 und galt seinerzeit, bis zum Auftauchen von Konkurrenz wie Strictly Rhythm, als angesagtestes Label der jungen New Yorker Szene. Ohne je die „eine“ große Platte veröffentlicht zu haben, gelten viele der Releases von Künstlern wie Lake Eerie, Bobbie Konders, Masters At Work oder Frankie Bones als musikalisch prägend. Von Letzterem stammt wahrscheinlich unter dem Pseudonym Bones E Boy auch der vorliegende Labelmix, der mit etwas über einer Stunde Lauflänge eine Tour durch die kurze, aber intensive Schaffensphase des Labels führt und mit zu weiten Teilen erstklassigem Old School House brillant zu unterhalten weiß.

via Electronic Beats

Maschinenmusik in Halle 808: XLR8R Podcast 404 – Helena Hauff

by theaugser

Wenn ich wie in „A Day“ von Xymox im Sneaker Dunkeltier Remix schnell gecuttete, repitive Synthies, klingend wie ein verzerrter, nicht anspringender Motor, höre, weiß ich, dass ich richtig stehe. Eines weiß ich sogleich noch: Das ist nicht jedermanns Sache – das ist Helena Hauffs Sache!

“I just do the stuff that I wanna do and I don’t do the stuff that I don’t wanna do.” Nur wenige in der Szene wie der Resident des Hamburger Clubs Golden Pudel dürften sich einen solch ehrlichen Ansatz bewahrt haben, den ich ihr auch noch uneingeschränkt abnehme. (Beweisstück A, ihr Videointerview für kaput mag)

Wo stand ich nochmal? Achso, stimmt. Richtig! Philipp Gorbachev ‎peitscht und hämmert mich durch seinen Track „In The Delta“. Industrial. Raw. Techno. So klingt Hauff und auch die Trackauswahl ihres Podcasts für XLR8R, Nummer 404 – die RoBOT Festival 2015 Edition.

Doch keine Exkursion in die hiesigen Produktionshallen der Automobilfirma ohne einen durch Kantinenessen induzierten Trip. Bereits ihre Debüt-LP „Discreet Desires“, erschienen auf Werkdiscs, wartete mit die Ohren kitzelnden Acid-Spuren und wärmenden 80ies-Coldwave-Referenzen auf. So sinke ich zu Morahs „Up In Flames“ zu Boden. Zumindest liege ich jetzt immer noch richtig…

„Liebe Helena,
ich freue mich sehr, dich am 3.10. im IFZ endlich einmal kennen zu lernen. Du erkennst mich am sich zwirbelnden Schnurrbart.
Dein Fan Matthias.“

Anmerkung der Redaktion: Leider können wir für dieses Posting den Artist auf Facebook nicht verlinken. Denn Helena Hauff besitzt keine Fanpage. (Beweisstück B)

via XLR8R

Extraklasse: XLR8R Podcast 403 – Konstantin Sibold

by Kilian

Nach einem über weite Strecken mehr als entspannt verlebten Sonntag bin ich gestern von einem Open Air am Cospudener See hier in Leipzig heimgekehrt und habe meine neue Umgebung etwas genossen. Das Open Air, welches sich (jedenfalls in dem Zeitraum, in dem ich da war) größtenteils mit viel zu seichten House-Tunes präsentierte, hat mich irgendwie nicht so wirklich abgeholt, mein Soundtrack für den Hin- und Rückweg war dafür allererster Güte. Daher freut es mich umso mehr, dass ich euch einen derart starken Podcast mit auf den Weg geben kann, der mich wirklich komplett überzeugt.

Konstantin Sibold. Konstantin Sibold ist eine Personalie, die seit mehreren Jahren für absolute Qualität im Bereich der elektronischen Musik steht. Der 28-Jährige Stuttgarter verzichtet dabei größtenteils auf Promotion oder das in Szene Setzen seiner Person und lässt, so wie es eigentlich sein sollte, seine Musik live und im Studio für sich sprechen. Kein Wunder also, dass Herr Sibold, der übrigens immer noch bei Stuttgart lebt und 2013 für das GROOVE Magazine Newcomer des Jahres war, mit Innervisions bei einer absolute Qualitätsschmiede seit einigen Jahren eine Heimat gefunden hat.

Sein neuer Podcast für XLR8R gestaltet sich eine ganze Stufe hypnotischer und technoider, als man es von seinem „regulären“ Sound vielleicht gewohnt ist, doch der Künstler antwortete XLR8R im Interview, dass sich sein Sound ohnehin von House in Richtung Techno verschiebt – gute Nachrichten für uns also. Mit einer Tracklist, die von Remixen von Laibach – genau, die slowenische Band, die neulich in Nordkorea für Kim Jong-Un gespielt hat – über Ben Klock und Anthony Parasole hin zu seinem eigenen Übertrack „Mutter“ eine ganze Reihe Hochkaräter im Programm hat, sorgt Konstantin Sibold für 71 Minuten überragender elektronischer Unterhaltung, die Potential zum Klassiker hat.

via XLR8R

Keepers of the Funk: Phoniks – Shaolin Summer: The Remixes (Mixtape)

by Kilian

In einem von unabhängigen Produzenten auf Soundcloud, Mixcloud, Hearthis oder DatPiff, um nur einige Beispiele zu nennen, immer mehr übersättigten Musikmarkt ist der Zusatz (Remix) des Öfteren mit Vorsicht zu genießen. Besonders, wenn (Genre-)Klassiker oder sonstige Perlen die Remix-Kur bekommen, kann der Schuss für den Musikliebhaber durchaus einmal nach hinten losgehen – dann aber besonders schmerzhaft.

Eine Gruppe, die ich – trotz meiner ewigen Liebe zu ihrem allerersten Album – dennoch gerne in verschiedensten Neuinterpretationen höre, ist der gute alte Wu-Tang Clan. Auf die legendäre Crew aus New York werde ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, wer sich weiter über RZA, GZA und Kollegen informieren will, dem sei hiermit geholfen. Auf diesem Mixtape, welches den bezeichnenden Titel „Shaolin Summer: The Remixes“ trägt, nimmt sich der Produzent Phoniks aus Portland im US-Bundesstaat Maine der Musik des Clans an und lässt die ursprünglich dystopisch-düsteren Tracks kurzerhand im funky-freshen Sommergewand erstrahlen. Von Klassikern wie „C.R.E.A.M.“ oder „Da Mystery Of Chessboxin'“ über Hits wie „Gravel Pit“ bis hin zu Solotracks wie Ol‘ Dírty Bastards „Got Your Money“ – quer durch die Diskografie der Helden aus Shaolin bekommt ihre Musik ein leichtfüßiges Makeover, das perfekt funktioniert. (Letzterer ist übrigens höchst empfehlenswert!) Play drücken, genießen!

via Whudat