Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: Dezember, 2015

Yummy: DJ Dørbystarr – Neuer Leipziger Flavour (Mixtape)

by Kilian

Nach einer Woche voller unglaublich gutem Essen, unverschämt viel Schlaf und erdrückender Leichtigkeit bin ich heute Abend in die Messestadt zurückgekehrt und ich muss sagen – bei aller Liebe zum Dorfidyll, es ist schön, wieder hier zu sein. „Setting the mood“ war dann auf die Schnelle auch überhaupt kein Problem und um den passenden Soundtrack zur Rückkehr in mein mir schon sehr lieb gewordenes Reudnitz muss ich mir, Internet sei Dank, auch gar keine Gedanken machen.

Wie Mase geht mein Vorrat an Papers niemals zur Neige, daher passen Beats und Rhymes perfekt in die Stimmung. Mein Leipziger Bloggerkollege von raputation.de – mit dem ich, wenn ich mich recht erinnere, sogar mal wegen eines WG-Zimmers ein Skype-Gespräch hatte – hat seine 1200er angeschmissen und eine wirklich feine Chronik des Leipziger Hip Hop der vergangenen Dekade zusammengestellt. Auf seinem Mixtape „Neuer Leipziger Flavour“ machen wir Station bei bekannteren Vertretern wie Morlockk Dilemma oder den Funkverteidigern und ihren Solo-Artists, über die etwas tiefere Ebene beispielsweise eines Omik K. oder von dude & phaeb bis hin zu Namen wie 8ZWO7 oder Almächtig, die mir bisher wirklich noch nie untergekommen sind.

Und tatsächlich, mea culpa, ich hab mein Faible für den Hip Hop hier in Leipzig bisher wirklich schleifen lassen, von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der lokalen Szene vis-à-vis ganz zu Schweigen. Doch dieser Querschnitt durch die Jahre 2005 bis 2015 in der Leipziger Szene, welcher mit einem Cover von Pierre von Helden auch passend (Vorsicht: Wortspiel) lokalkoloriert wurde – Shoutout an Pierre an dieser Stelle – spricht eine deutliche Sprache. Denn wie die beinahe zwei Stunden von DJ Dørbystarr beweisen, besteht für mich hier definitiv Nachholbedarf.


 

TRACKLIST

Intro – Dr. Helmut Kohl (1989)
BzumZ aka Barack Zobama – Rap Ohne Leipzig [Dr. Cooper Remix] (2014)
BzumZ aka Barack Zobama – Dreckiges Paper (2013)
Stylus & DJ Skyline – In Meinem Kopf (2014)
Stylus – YesYesYo Shit mit DJ derbystarr & Caligari (2015)
Stylus – Luxus [Grammophon Finest Remix] (2015)
Caligari – Argumentationskette (2014)
Caligari – Zehn Weedgesetze [Wer Baut, Der Haut] (2013)
[Skit] – Neulich Bei Einer Umfrage In Leipzig (2012)
Bob Headfuck – Roter Teppich (2014)
Trashfuck – Die Hoodhymne (2012)
Morlockk Dilemma & V-Mann – WK8 LSD (2007)
Morlockk Dilemma – Party’s Over (2006)
Padshah & Spank – Guerilla Taktik (2014)
Padshah – Grünauer Blocks Part II (2013)
[Skit| – FreestyleRAP (2015)
Fallobzt – Illusion und Idee feat. Orez und Cimo (2015)
Flowkost & Fallobzt – Medizin schicken (2015)
[Skit| – Fakt ist Fakt Crew, Leipzig ist gefährlich (2014)
Phoenix Muhammad – Silence (2014)
Phoenix Muhammad – Californium (2014)
Dude&Phaeb – 1989 (2013)
Dude&Phaeb & Emcee Sick (Pseudo Slang) & ChezzOne – Goin‘ on (2014)
Kritikal27 & Schattenparker & Stylus & DJ derbystarr – Guten Appetit (2014)
Kritikal27 & DJ derbystarr – Soundcloud (2014)
Beppo S. & Peter B. – Motus (2014)
Beppo S. – Vor dem Mittagsschlaf (2015)
Rasputin – Wieder ma ganz unten (2013)
Rasputin – Schmetterling feat. Clueso, Dirt M, Norman Bates (2005)
Stockinger x Duktus – Scheinwelt (2015)
Stockinger – Come Closer (2012)
Jahmica – Spasskammer [DJ derbystarr TONIGHT SOMMER-FLIP] (2012)
Jahmica – Voll wie Kurt (2015)
Jahmica & FloFilz – Jazzismus Gegen Rechts (2014)
Jahmica – Westwind (2012)
Jimmi Vau – Rendering Fehler *Exklusiv* (2015)
[Skit| – Stieber Twins im Conne Island (2009)
Funkverteidiger – Moselfeuer (2013)
Funkverteidiger x Size Beats – Industriepalast (2014)
Katharsis & Paw Cut – Drunk, Broke & High (2014)
Pierre Sonality – Küchenmesser feat. Mr. Lipster (2009)
Die Kraszesten – fünfKOMMAvier feat. Dextar (2011)
Scientist & Mr. Lipster – Südvorstadt (2007)
Scientist – PidD feat. Mr. Lipster & Mauheld (2008)
Omik K. – Wenn Wir Rollen (2014)
Omik K. – Ostblockspezial feat. Der Plusmacher (2014)
Aglie 827 – Kassensturz feat. Hektik (2013)
8ZWO7 – Lebensziel (2015)
Ket & Scientist – Keine Rolle (2013)
Ket – Es geht mir gut (2012)
Almächtig – Bürgermeister (2015)
Almächtig – Y (2015)
Cleptomatic & Optimus Rhyme – Brandloch in den Jeans (2013)
Cleptomatic – Knicker feat. Siriuz (2012)
Ostfront Crew – So nun nicht feat. Msta & Ju (2008)
rIchArt [Ostfront Crew] – Künstler im Knast (2011)
[Classic] Lockstoff Crew aka Steiles, Überkinger, DJ T-Rox & Marcel MC – It’s Been A Long Time (2002)

via frohfroh

Der neue Klassiker zur Bescherung: Kollegah – Bosshafte Weihnachten 2015

by Kilian

‚Tis the season! Wir kommen standesgemäß mit mehr Hoes als der Santa Claus um die weihnachtliche Ecke gebogen und lassen fulminant-festliche Klänge durch die Bose-Speaker unseres Mercedes laufen – man kennt das ja. Doch nachdem die Bescherung für die meisten schon durch sein sollte, stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Seid ihr auch alle schön bosshaft gewesen?

Fünf Jahre, Mixtapes, Alben, Touren und unzählige Rekorde sind vergangen, seit der Boss höchstselbst diese Frage auf „Bosshafte Weihnachten“ auf dem Hoodtape Vol. 1 das letzte Mal gestellt hat und – Stichwort: mit der Zeit gehen – auch das Update für 2015 kann sich, wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, mehr als hören lassen. Produziert wurde das Ganze von Kolles Haus- und Hofproduzenten Hookbeatz und Phil Fanatic und droppte heute über Bosshaft TV auf YouTube. Weihnachtliche Stimmung, großartiger Wortwitz und das niemals fehlende Augenzwinkern prägen diese von Kollegahs lyrischer Finesse und dem herzhaften Charme des gönnerhaften Bosses getragenen 3 Minuten 14 Sekunden, die auch den letzten Bodybuilder und Gee in Tommy-Hilfiger-Jeans in die passende Stimmung versetzen dürften.

Bosshafte Weihnachten, everyone!

via 16Bars

Let’s Play: Civil War #LE1212

by Kilian

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Normalerweise bin ich ja darum bemüht, Themen, Anreize, Musik oder Sonstiges, was mich zum Schreiben bewegt, relativ zeitnah nach dem Musenkuss auf das digitale Papier zu bringen, doch nachdem aus verschiedensten Richtungen in den vergangenen 72 Stunden schon wieder eine Menge Stumpfsinn zu den Ereignissen des vergangenen Samstages in der Leipziger Südvorstadt durch die verschiedensten Kanäle gejagt wurde, wäre mir die Lust auf einen Nachbericht zu diesem konkreten Thema beinahe vergangen. Aber eben nur beinahe.

Für den Samstag des vergangenen Wochenendes waren Demonstrationen dreier rechtsextremer Gruppen im Stadtteil Connewitz im Leipziger Süden angemeldet: Die tiefbraune Splitterpartei DIE RECHTE – Originalität, quo vadis? – das PEGIDA-Derivat THÜGIDA und die „Offensive für Deutschland“ wollten mit ihrem Sternmarsch durch den traditionell linken Kiez der Messestadt bewusst provozieren und laut eigener Aussage „Connewitz in Schutt und Asche legen.“  Entsprechender demokratischer und korrespondierend dazu auch weniger systemkonformer Protest formte sich in der linken Enklave Sachsens sehr zügig und an alle, die den in großer Zahl erwarteten Brownies (angemeldet waren drei Mal 400 Personen) etwas zu sagen hatten, ging eine herzliche Einladung zur „Weihnachtsfeier des Antifa e.V.“ Neben den Gegenveranstaltungen der System- und Nazikritiker fanden unter Anderem natürlich auch weniger brisante Kundgebungen und Demonstrationszüge an der HTWK Leipzig und im gesamten Gebiet um den am Freitag noch in den angrenzenden Stadtteil Südvorstadt verlegten fremdenfeindlichen Aufmarsch statt. An insgesamt zehn angemeldeten Gegendemonstrationen in der Nähe der Karl-Liebknecht-Straße nahmen rund 2500 vermutlich Linke teil. Antifaschistischer und auch gemäßigterer Protest in Hör- oder Sichtweite der Neonazis war durch Auflagen der Behörden in die Peripherie des eigentlichen Aufmarsches verlagert worden – eine Entscheidung, die wir an dieser Stelle mit „semiklug“ noch milde umschreiben wollen.

Jedenfalls sollte vieles anders kommen als erwartet: Vor den Türen der Leipziger Distillery, in der Nähe des S-Bahnhofs Leipzig-MDR gelegen, versammelten sich Samstagmittag etwa 135-150 teilweise recht bedröppelt dreinschauende „echte Deutsche“ aus rechtsextremen Zirkeln verschiedenster Couleur (Get it?) zum Sternmarsch – ach, wie weihnachtlich. Weniger weihnachtlich, sonder eher typisch #Kaltland und einfach herrlich deutsch ist allerdings die Ordnungswidrigkeit, die die Betreiber der Distillery für das Übertönen der Brownies mit lauter Musik erwartet, doch das nur am Rande. Wie oben erwähnt, wurde die Demonstrationsroute der Neonazis am Freitag (Captain Hindsight gefällt das.) ins Gebiet der politisch um einiges gemäßigteren Südvorstadt verlegt und umfasste letztlich ca. 550 Meter. Nationale Revolution, here we go!

Mein Plan für den Nachmittag bestand eigentlich darin, erst einmal ohne Kontakt zur Polizei oder anderen Missliebigen mit ausreichender Distanz zum zu erwartenden Geschehen mein Fahrrad abzustellen und mich in Richtung der Noch-Simildenstraße (sic!) und zur von der PARTEI Leipzig angemeldeten Demonstration zur Umbenennung in „Frau Krause ihre Straße“ zu gesellen – in etwa als Matinée zur Einstimmung auf die Dinge, die da kommen sollten. Auf der Karl-Liebknecht-Straße, auf der ich im Folgenden zu Fuß unterwegs war, war zu diesem Zeitpunkt die Stimmung noch blendend: Sonnenschein, ein Haufen junge Menschen, Bier, Passanten, alles in allem höchst friedlich. Am Südplatz, an dem ich mich etwas an die Lage akklimatisieren wollte, sollte sich das jedoch rasch ändern. Aufgrund der zahlreichen Menschen und des noch tadellos funktionierenden Verkehrs auf der Karli und meinem über deutsche Landesgrenzen hinaus bekanntem miserablem Zeitmanagement, ließ ich den Plan mit der PARTEI-Demo nämlich wieder fallen und musste mich zu meinem Unmut – Personenkontrolle – für Wechselklamotten und meinen Geldbeutel wieder nach Hause begeben (ca. 15 Minuten einfach bei regulären Verkehrverhältnissen).

Keine Minute danach und buchstäblich eine Straße weiter, ich derweil am Südplatz unterwegs zu meinem Fahrrad, formierte sich explosionsartig ein beachtlicher Mob aus 300 bis 400 „auf einmal“ schwarz gekleideten und vermummten, „Alerta! Alerta! Antifascista!“ skandierenden Antifaschisten, die mit diversen Evergreens gehörig auf sich aufmerksam machten: Böller gingen in die Luft, das eine oder andere Straßenschild fand seinen Weg auf die Straße und die gesittete Vereinsfeier in weihnachtlicher Stimmung nahm ihren Lauf.

Bis mein Geldbeutel, der sich als verloren (aber wiederauffindbar) herausstellte, ich mich – dank Twitter immer der aktuellen Geschehnisse gewahr – an größeren Ansammlungen Polizei vorbei und einen sicheren Ort für mein Fahrrad gefunden habend wieder in der Nähe des Südplatzes aufhielt, war es in etwa halb vier am Nachmittag und von der Idylle zweieinhalb Stunden davor nicht mehr viel zu sehen: Brennende Barrikaden, Rauchschwaden in der Ferne, durcheinander wuselnde Autonome, reguläre Demonstranten und Unmengen Polizei in der Peripherie des Platzes zeichneten ein gänzlich anderes Bild – „Wir haben Spaß und ihr Bereitschaft“. Unbekannter Künstler, 2015, Pfefferspray auf Asphalt, oder so ähnlich.

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Ich machte mich also, bewaffnet mit einem Berliner Kindl (zum Trinken, was denkt ihr von mir), einer Schachtel Kippen und meinem Handy und irgendwie Lust auf das Ganze auf ins Getümmel. Mit jedem Meter, den ich die Straße hinunter zurücklegte, stieg mir der Geruch von Rauch, CS-Gas und Pfefferspray stärker in die Nase, Sirenen oder Musik hier und dort durchbrachen die Parolen, Rufe und normalen Unterhaltungen, Polizisten standen, rannten und agierten in Gruppen mit stark variierenden Graden der Professionalität und Souveränität und Rauchschwaden, Wasserdampf und Reizgase zeichneten ein dystopisches Szenario am Horizont. Einen minutiösen Bericht meiner Erlebnisse kann ich durch die allgemeine Stimmung und ein auch anderweitig nicht gerade wenig anstrengendes Wochenende (UVB und Bas Mooy lassen an dieser Stelle grüßen) nicht wirklich liefern, doch einige der Schlaglichter seien noch außerhalb der Fotos am Ende dieses Beitrags erwähnt.

Gegen 16:30 Uhr befand ich mich an der Kreuzung Kurt-Eisner-Straße/Karl-Liebknecht-Straße und begab mich mit zahlreichen anderen Gegendemonstranten und Pressevertretern der Polizei entgegen die Kurt-Eisner-Straße hinab – denn ich persönlich hatte, so wie Unmengen anderer an diesem Samstagnachmittag, keinen einzigen Brownie zu Gesicht bekommen. Und wozu sonst das ganze Spektakel? Wir sahen uns einem sich dort in der Nähe formierenden, massiven Polizeiaufgebot aus sicherlich zehn Mannschaftswagen, drei Wasserwerfern und anderen Einsatzfahrzeugen mit zahlreichen Fußtruppen gegenüber, die auch im direkten Gespräch wenig gute Gründe für ihre Absperrung liefern konnten. Wer versuchte, durchzukommen, wurde rüde gestoppt.

Aus einem der Wasserwerfer ertönte auf einmal eine nicht zu verstehende Durchsage, die sich – wie die Gegendemonstranten inklusive mir im Nachhinein aus dem Kontext erschließen konnten – darum drehte, man möge doch für die nahenden Fahrzeuge den Weg frei machen. Sekunden nach der Durchsage stürmte eine Hundertschaft übel gelaunter Staatsdiener auf die Menge zu, die sich schleunigst in Richtung der hinter ihnen liegenden Kreuzung verzog, die, wenn man es so will, zu diesem Zeitpunk in der Hand der Gegendemonstranten war. Auf Letztere wurde keinerlei Rücksicht genommen, als diese zur Kreuzung getrieben wurden und auf beiden Straßenseiten wurden friedliche Demonstranten mit unangebrachter Härte und ohne Nennung von Gründen eingekesselt, auch Pressevertreter gerieten unter die metaphorischen Räder, Pfefferspray wurde eingesetzt. Woher ich das weiß? Voilà. 40 Minuten, ein Schlag auf den Oberarm und keine Rechtfertigung seitens der Beamten standen nach dem Polizeikessel für mich auf der Uhr.

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Im Polizeikessel in der Kurt-Eisner-Straße. (16:31 Uhr)

In der Folge entbrannte eine Schlacht um die Kreuzung zwischen hunderten mit Steinen, Glasflaschen und ähnlichen an der Karli niemals ausgehenden Ressourcen bewaffneten Gegendemonstranten und der die großen Geschütze auffahrenden Staatsgewalt, auf welche ich hier nicht weiter im Detail eingehen werde und von deren (relativer) Schlussphase ich aus naheliegenden Gründen nur Fotos aus sicherer Entfernung habe. Es sei nur gesagt, dass mich eine gewisse diebische Freude beschlich, als ich erfuhr, dass die werte Staatsmacht mit ihrem Pistolero-Verhalten in Bezug auf Reizgas und Pfefferspray auch ordentlich Friendly Fire verursachte, anstatt nur weite Teile der Südvorstadt und damit auch zahlreiche Unbeteiligte und Anwohner einzunebeln.

Es begann ein Katz- und Mausspiel zwischen der Polizei und den unter weiterem Gaspatronenbeschuss und den Schwaden der vorherigen Detonationen die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Innenstadt flüchtenden Gegendemonstranten, während sich auf der Kreuzung ein weiteres Gefecht mit Wasserwerfern geliefert wurde. Ich kann auch mindestens einen Steinwurf aus den Reihen der Polizei bestätigen, sowie sah ich einmal definitiv glühende Splitter eines Geschosses in der Luft, die auf die Flüchtenden niedergingen. Das Entkommen aus dem sich auch aus Stadtrichtung langsam verdichtenden Kessels nahm für mich einige Zeit und Sprints in Anspruch, letztendlich war neben meinem inneren Systemkritiker, Revolutionär und Zoon Politikon nämlich auch der Durchschnittsdeutsche in mir rundum zufrieden – ich war pünktlich um halb sieben zur Sportschau auf meinem Sofa.

Remember, remember, the 12th of December

Was bleibt vom 12.12.? Nun, eine Menge Staub wurde in der Folge des Protests vom Samstag bereits aufgewirbelt, daher ist es Zeit, ein paar Fakten auf den Tisch zu legen:

  • Ja, ihr habt richtig gelesen: Am vergangenen Samstag gab es mehrere Fälle von Steinwürfen (laut VICE ebenfalls mindestens einen) seitens der Polizeibeamten. Bei unmöglicher nachträglicher Identifizierung und damit einhergehendes Straffreiheit sicherlich reizvoll, mit fliehenden Unbeteiligten und Demonstranten ohne Riot Gear als Ziel und scheinbar ohne jeden moralischen Kompass einfach nur beschämend.
  • Die Polizei hat darüber hinaus im Juli diesen Jahres abgelaufenes Tränengas benutzt. Von der regulären Wirkung von den verwendeten Gasen ausgehend, erschließt sich selbst dem Laien, dass das Ablaufdatum nicht ohne Grund darauf angebracht wurde.
  • Eine friedliche, angemeldete Kundgebung wurde ohne ersichtlichen Grund mit Gas beschossen. Wer schon einmal in den Genuss einer solchen Behandlung bekommen ist, weiß, dass Good Times anders aussehen. Wer sich nicht vorstellen kann, wie das aussieht, hier das Originalvideo aus Leipzig.
  • Journalisten, Unbeteiligte und Gegendemonstranten ohne Zahl waren staatlicher Willkür und Gewalt seitens der teilweise sichtlich überforderten und nicht angemessen reagierenden Polizeibeamten ausgesetzt. Wasserwerfer wurden gezielt auf Einzelpersonen und Journalisten gerichtet.
  • Einzelne Polizeibeamte sowie die Fahrzeuge machten fotografische Berichterstattung abseits von physischem Zwang durch Lichter teilweise gezielt unmöglich.
  • Beim Vermummungsverbot haben die Helme der sächsischen Polizei rechts einen blinden Fleck.
  • Der bekannte antifaschistische Jenaer Jugendpfarrer Lothar König, der schon einmal durch das mehr als dubiose Verhalten der sächsischen Justiz Bekanntheit erlangte, bekam von einem Polizisten einen Faustschlag ins Gesicht und wurde bar jeder Basis in Gewahrsam genommen und sein Lautsprecherwagen beschlagnahmt.

Was bleibt nun also wirklich? Ich glaube nicht, dass ich wirklich eine objektive Perspektive bieten kann auf das, was sich dort am Samstag abgespielt hat, aber, for what it’s worth: Nicht einmal lächerliche 200 Neonazis fanden ihren Weg in die Messestadt und das Ergebnis des Zusammenspiels aus medialer Stimmungsmache in beiden Lagern, übermotivierten Polizisten und in keinem Fall nachvollziehbaren Verhalten der Behörden im Vorfeld konnte man am 12. Dezember live beobachten. Demokratischer wie womöglich radikalerer Protest konnte dort, wo er gebraucht wurde, gar nicht stattfinden – in Sicht- und Hörweite des kleinen Häufleins Brauner, die ihre 550 Meter Propaganda und zurück mit ihren Compañeros vom SEK auf der Kurt-Eisner-Straße abliefen. Dass eine solche Verhinderung legitimen Protests und legitimer Demonstrationen Stellvertreterschauplätze generiert, an denen sich die ebenso legitime Wut der Gegendemonstranten auslädt, war abzusehen und sollte im Nachhinein nicht für Verwunderung sorgen. Von der Kurzsichtigkeit der Behörden, zeitgleiche Demonstrationen dreier rechtsextremer Randgruppen durch Connewitz zu genehmigen, mal ganz zu Schweigen. Das kurzfristige Umverlegen und Kürzen der Demonstrationsroute in mehr oder minder letzter Minute machte auch nicht den Eindruck, als sei man in der Stadtverwaltung Herr der Lage. Es hätte sicherlich einiges verhindert werden können am Samstag, soviel sei auf jeden Fall gesagt.

Zum Abschluss bedienen wir uns eines Zitats der Rechten: „Connewitz, wir sind da! Eure Anti-Antifa!“ Und antworten wie folgt: Nein, ihr wart nicht einmal in Connewitz. Ihr wart in der Südvorstadt. In einer einzigen Straße. 550 Meter. Und wieder zurück.

Wir waren da auch. Wir waren mehr als ihr. Wir werden immer mehr als ihr sein. Und wir werden an solchen Tagen immer mehr Spaß haben als ihr. Und als die Polizei.

Alle Bilder vom Autor.

„Apocalypse“ is coming: So sieht der neue „X-Men“-Teil aus

by vctrl

Fans der X-Men-Reihe, aufgepasst! Hier gibt’s ein Vorab-Weihnachtsschmankerl: der erste Trailer zum neuen Teil der Marvel-Comicverfilmung mit dem vielversprechenden Titel „Apocalypse“ ist nun zu sehen.

Die Truppe um Professor X (James McAvoy) hat es im neuesten Actionspektakel mit dem Ur-Mutanten Apocalypse (Oscar Isaac) zu tun, der natürlich nichts Geringeres vorhat, als – was auch sonst! – die gesamte Menschheit zu vernichten. Der Trailer verrät: es gibt Wüste. Ordentlich Wüste. An der Seite von Professor X kämpft wie gewohnt Raven (Jennifer Lawrence), während Michael Fassbender als Magneto in Mr. Mutant einen neuen Verbündeten findet. Weitere Beteiligte sind u.a. Evan Peters und Lucas Till (beide „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“), Olivia Munn („Iron Man 2“), Nicholas Hoult („Skins“) und Rose Byrne („X-Men: Erste Entscheidung“). Bleibt nur zu hoffen, dass „Apocalypse“ ein wenig mehr Elan an den Tag legt als sein Trailer. Ein paar Andeutungen zeigt er ja zumindest.

Das Zepter führt wieder Bryan Singer, der schon bei „X-Men – Der Film“, „X-Men 2“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ für die Regie verantwortlich zeichnete. Wer die bisherigen X-Men Filme mochte, wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dieses Mal den Kinosaal beglückt verlassen. Ein bisschen Geduld ist bis dahin allerdings leider noch erforderlich. In der Zwischenzeit müssen sich Genre-Fans mit Sicherheit keine Sorgen machen, dass sich zu wenig Actionhelden auf den Leinwänden tummeln.

„X-Men: Apocalypse“ startet am 19. Mai 2016 in den deutschen Kinos.

via Moviepilot

Trippy: Mono Junk – With You (2014)

by vctrl

Mein erster impulsiver Gedanke beim Hören dieser Nummer war: „Exakt dafür wurde das Wort ‚trippy‘ geschaffen!“ Und gleich im Anschluss machte ich wieder einmal die wunderbare Feststellung, dass, egal, wie viel Musik man hört und wie scheißkritisch man wird, man immer noch und immer wieder Tracks findet, die sich einen temporären Dauerschleifen-Platz ergattern können, ohne langweilig zu werden.

Der finnische Technoveteran Kimmo Rapatti alias Mono Junk weiß eben, wie man sein Publikum flasht. Die EP mit dem schlichten Katalogtitel „FP004“ war im Übrigen die erste von zwei, die Rapatti als Mono Junk bisher bei dem noch recht jungen ehemals kanadischen, nun in New York ansässigen Labels Forbidden Planet seit dessen Gründung 2013 veröffentlicht hat. Die aktuellere der beiden Platten und Nachfolgerin der hier vorgestellten, „FP008“ erschien vor einem knappen halben Jahr. Obwohl definitiv die ganze „FP004“ aus dem Jahr 2014  erwähnens- und hörenswert ist, sticht „With You“ trotz einer ohne experimentell ausgerichteten musikalischen Grundlage noch heraus und groovt sich in und durch sämtliche Gehörgänge. Irgendwie musste ich auch an dieses allseits bekannte Jeff Mills Zitat denken: „[Techno] wasn’t designed to be dance music, it was designed to be a futurist statement.“

Und ja, ich sitze regelmäßig ab dem zweiten Drittel da und krakeele mit lächerlich verzerrter Stimme die Chorus-Zeile mit: „I’m happy with you“ – meine Nachbarn sind wohl eher weniger dieser Meinung. Sorry, aber es dauert noch ein Weilchen, bis ich das wieder aufgeben werde…

Präludium: Tadeo – Oscillate Podcast No°11

by vctrl

Hach, schon schön, so ein Freitag. Die Rucksäcke samt Vorlesungsskripten liegen in der Ecke und wir sind wieder bereit für jeglichen Schabernack, der sich uns in den kommenden beiden Tagen bietet.

Ich persönlich bewege mich im Rahmen einer sorgfältigen Vorbereitungsphase bereits seit einer Stunde nickend durchs Zimmer, aber nur ganz dezent. Wollen ja nicht gleich das ganze Pulver verschießen. Der Herr, der mich soeben musikalisch begleitet, gibt sich nämlich morgen live die Ehre. Und das auch noch in einem meiner Berliner Lieblings-Technoläden, dem about:blank.
Die Rede ist hier von Tadeo, den mein geschätzter Kollege Kilian auch bereits das ein oder andere Mal erwähnt hat. Die Jungs von der Oscillate-Crew holen den guten Mann freundlichweise morgen nach Berlin zum einjährigen Jubiläum ihrer Veranstaltungsreihe. Und weil das noch nicht reicht, sitzen neben ihm auch noch einige weitere Kollegen des spanischen Labels non-series mit im Boot, darunter Labelchef Psyk sowie Savas Pascalidis. Für die House-Liebhaber ist natürlich auch gesorgt: Monsieur Moomin wird ebenfalls live einheizen, begleitet u.a. von Lawrence und Madame Kate Miller. Wer das Glück hat, sich mit ausgeruhten Tanzbeinen und ein wenig Motivation in Berlin zu befinden, sei herzlich willkommen, um mit mir dort ein Bierchen zu trinken!

Tadeos aktueller Oscillate-Podcast sorgt inzwischen für die angemessenen Schwingungen im Pre-Party-Modus:

Guter Stoff: „Verhaltenslehren des Vergnügens. Zur Zeitgeschichte der Party“ von Bodo Mrozek

by Kilian

Beim Tanzen auf Privatpartys fänden «manche Damen» es «besonders apart, dabei die Schuhe auszuziehen», bemerkten merklich befremdet die Autoren des Benimmbuchs. Dagegen sei jedoch nichts vorzubringen, denn die Party sei «nun mal das ‹schwarze Schaf› der Etikette. Erlaubt ist, was gefällt, das heißt, was den Partygästen gefällt und zu ihrer Art passt.»

Heutige Perspektiven auf die Party als Ganzes und ihre zahllosen Auswüchse in Populär- und Subkulturen lassen solch eine biedere Herangehensweise an den Themenkomplex teils mindestens mäßig witzig erscheinen, doch parallel dazu muss man sich nur des sehr jungen Konzepts der Party bewusst werden, um ihren kometenhaften Aufstieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen zu können: Von Jugendlichen, die für das Tanzen in Kinos und öffentlichen Plätzen unter Benutzung von Wasserwerfern und Schlagstöcken festgenommen oder vertrieben wurden, zu tagelanger drogeninduzierter Ekstase (mit ortsabhängig variierenden Graden der Toleranz) zu Bässen aus der Hölle oder durchkommerzialisierten Imitationen des Ganzen und all das im temporellen Äquivalent einer feuchten Flatulenz für das Universum – in der Tat beachtlich.

Ähnlich weit spinnt Bodo Mrozek, Autor, Journalist (Welt, NZZ u.a.) und Historiker aus Berlin, den Faden in seinem vorliegenden Text, fundiert und stringent erklärt der Autor des „Lexikon der bedrohten Wörter“ eine kurze Geschichte der Party von ihren Anfängen in der Nachkriegszeit über züchtige Jugendbelustigung bis 23 Uhr bis hin zum Unglück der Duisburger Love Parade 2010. Veröffentlicht wurde der Text, „Verhaltenslehren des Vergnügens. Zur Zeitgeschichte der Party“ in der Zeitschrift für Ideengeschichte, die in der Regel 14 Euro kostet; Mrozeks Text allerdings steht als vorweihnachtliches Präsent zum kostenlosen Lesen und Download bereit. Elf höchst empfehlens- und lesenswerte Seiten zu einem Phänomen, das nicht nur die Bundesrepublik noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Der Text steht nach einem Klick aufs unten stehende Bild kostenlos online zur Verfügung.

Ein Beamter des Jugendamtes etwa hielt die in Jazz-Clubs praktizierten Tänze für «kaum zu beschreiben», versuchte es aber dennoch: «ein verrücktes Gestampfe und Gehopse, bei welchem die Beine in artistischer Gewandtheit bewegt werden». Schlimmer noch war der Umgang mit den Tanzpartnerinnen, denn sie schienen den Tänzern «im Ganzen nur Werkzeug zu sein» und wurden beim Partnerwechsel «einfach stehen gelassen». Dazu waren «Verbeugungen und derartiges Verhalten (…) außer Kurs gesetzt, Haltung, Charme und Eleganz sind Fremdwörter».

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via Berlin Mitte Institut

Hinode – Preliminal Session (2013)

by Kilian

Eines der unbeschreiblich ansprechenden Charakteristika elektronischer Musik, welches unabhängig von Jahrzehnt oder Ort von Fans und Connaisseuren so oder paraphrasiert genannt wird, ist die omnipräsente Transzendenz des Genrebegriffs. Selbst, wer dieses zweifellos beinahe unüberschaubar anmutende Genre auf die beiden klassischen Clubgenres House und Techno reduziert, sieht sich einer minutiösen Subhierarchie an detailliert definierten elektronischen Spielarten gegenüber, von denen ein nicht zu verachtender Anteil auch eine tatsächliche Existenzberechtigung besitzt. Seien es nun allein bekanntere Begriffe wie Chicago House, Detroit House, Dub Techno, Industrial, IBM oder Obskuritäten wie Speed Garage oder Ghetto Tech, oftmals reicht ein exemplarischer Track um ein Genre zu begründen oder nachträglich zu betiteln. Ebenso oft angewendet, auf die Spitze getrieben und gemeistert wurde das Prinzip des Eklektizismus – salopp ausgedrückt bedient sich der Künstler hier an einem Büffet der Genres und pickt sich die seiner Meinung nach besten Stücke der einzelnen Gerichte heraus. Zwei Gesichtspunkte elektronischer Musik, die zweifellos in ständiger Wechselwirkung stehen und hier nicht umsonst die Einleitung bilden.

Denn ein gutes Stück weit unter dem Radar des Autors blieb definitiv der vorliegende Track aus der spanischen Soundschmiede The Monkey Bar, dem zugehörigen Label zur gleichnamigen Eventreihe und dem Künstlerkollektiv selben Namens aus Barcelona: Hinode, ein italienisches Duo aus Berlin, bestehend aus Matteo Chisari und Mario Resta, lieferten 2013 mit ihrer EP „Hustlers“ auf dem Label ohne Zweifel ein Einstandsrelease, das Eindruck schindet. Gemeinsam mit Patrice Scott, welcher einen der vier Tracks starken EP beigesteuert hat, wurde mit diesem Release vor zwei Jahren The Monkey Bar Records aus der Taufe gehoben und bei Discogs sind das Original sowie der Repress aus dem November diesen Jahres bereits mehr als begehrt.

Und warum auch nicht? Die beiden Italiener finden mit Reminiszenzen an zahlreiche elektronische Spielarten und großartigem Drive auf „Preliminal Session“ exakt die richtigen Mittel, um selbst den anspruchsvollen Hörer bei Laune zu halten. Die beiden Wahlberliner, die auch über ihr eigenes Label Science Fiction Recordings veröffentlichen, kreieren Atmosphäre und Fläche auf der einen Seite und kontrastieren und komplettieren diese mit dreckigen 303-Sounds, spuligen Synthies und intensiven Claps auf der anderen Seite. Das Endprodukt kann sich mehr als hören lassen und es kommen dem geneigten Szenekundigen sicherlich eine, zwei oder zehn Situationen in den Sinn, in denen diese Nummer punktgenau passen würde.

via the10jan group

Efdemin – Bergwein (2006)

by Kilian

Dienstagmittag: Der zweite große Milchkaffee hat seinen Weg in die Blutbahn gefunden, das offene Fenster sorgt für ein nicht unangenehmes leichtes Frösteln, es riecht nach Brezeln und Amnesia Haze, mein ausgestopfter Dackel wacht ehern wie immer über mein kleines Refugium, auch die Sonne lässt sich mal wieder blicken und mit „Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften“ liegt die nächste Verpflichtung mit 15 Uhr auch noch in ertragbarer Ferne – „es geht mir gut ich mein, es könnte weitaus schlimmer sein.“

Nachdem mich meine tägliche Informationsroute heute schon an der gestrigen Videoausgabe des Podcasts von Cenk Uygur und „The Young Turks“ (höchst empfehlenswert!), einer Ausgabe von BBC History Extra über den Atlantikkrieg im Zweiten Weltkrieg sowie ein interessantes Kapitel der spanischen Geschichte vorbeigeführt hat, ist es an der Zeit für die feineren Künste, fernab vom schnöden Weltgeschehen. Der sich vor dem Fenster abspielende schöne Tag hat auch in mir schon im Winterschlaf geglaubte Geister geweckt und lädt praktisch zum allgemeinen Gönnen ein. Und dass ich den passenden Soundtrack dafür parat habe, glaubt ihr mir jetzt hoffentlich einfach mal.

Ganze neun Jahre zurück geht es mit meinem ersten Fundstück des Tages – our first catch of the day, if you will. Viel werde ich zu Philipp Sollmann aka Efdemin wohl nicht sagen müssen, aber wem diese Personalie der deutschen elektronischen Musik bisher unbekannt sein sollte, dem sei eine kurze Google-Suche oder ein Klick auf diesen sehr empfehlenswerten Post hier ans Herz gelegt. In meinen Augen ist und bleibt der Berliner jedenfalls ein höchst interessanter und vielschichtiger Künstler, dessen facettenreiche Musik unabhängig von ihrem Erscheinungsdatum extrem gut reift.

Veröffentlicht wurde „Bergwein“ erstmals auf der gleichnamigen EP im Jahr 2006 über Efdemins eigenes Label Dial mit einem Track von Lawrence und einem Song der beiden Folk-Künstler Michaela Meise und Sergej Jensen auf der Rückseite, bevor es Efdemins Album „Efdemin“ aus dem Jahr 2007 als finaler Track abschließen durfte. Minimalistisch, harmonisch und irgendwie betörend sind einige der ersten Begriffe, die mir zu der vorliegenden Nummer einfallen und wie man es auch dreht und wendet – die Liste der positiven Adjektive, die hier zutreffen, ließe sich noch ein ganzes Stück weiterführen. Sei es der großartige Break um Minute 2:35, der irgendwie organisch entstehende Drive von „Bergwein“ oder die zahlreichen Erinnerungen, die das Stück an den von mir ebenfalls seit einigen Jahren sehr geschätzten Pantha du Prince weckt – es bleibt beim Prädikat: wertvoll.

via the29nov films