Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Monat: August, 2015

Soundbwoy Killah: Blut & Kasse – Anti Industrie

by Kilian

Es gibt im deutschen Rap – bei allem gebührenden Respekt – so einige Wackelkandidaten, die zwar vereinzelt Zeichen einer Aufwärtskurve durchscheinen lassen, doch mit ihren musikalischen Ergüssen auf Albumlänge leider oftmals an ihre Grenzen stoßen – die Hürde zwischen Mittelmäßigkeit und gutem Rap fällt eben nicht jedem leicht.

Einer dieser Kandidaten war für mich über weite Teile der vergangenen Jahre Blut & Kasse aus meiner Geburtsstadt Würzburg. Obgleich mit nicht absprechbarem Talent ausgestattet, gab es für mich bei Blut & Kasse bisher noch nicht wirklich den zündenden Moment, der mich zum Fan gemacht hätte.

Doch genug der Unkenrufe, was kann der Track? Einiges. Wortgewandt, mit einer Menge Wut im Bauch und einem sehr starken Beat im Gepäck eröffnet Blut & Kasse das Feuer und ballert einfach mal drauf los. Der selbst ernannte Radiophobe hat genug vom Business, den Medien und den Hypes – und das hört man. Ganz zum Fan hat es mit seiner neuen Video-Auskopplung „Anti Industrie“, auf einen Beat von Joshimixu und Bad Educated, zwar dann nicht gereicht, allerdings werde ich sein kommendes Album „Machermodus“, welches am 9. Oktober erscheint, nun auf jeden Fall mal auf dem Zettel haben.

via 16bars.de

Beitragsbild: Screenshot

No Quarter: Snow Bone – Cult V

by Kilian

Wenn man für das bisherige Jahr 2015 das Prädikat „Label der Stunde“ vergeben sollte, so wäre das britische Label Lobster Theremin unter Garantie im engsten Favoritenkreis. Genreunabhängig, jedoch auf die Dancefloor-Genres House und Techno fokussiert, veröffentlicht eine hochqualitative Riege junger, internationaler Künstler auf dem britischen Label ebenso hochqualtiative elektronische Musik. Die Releases auf dem Hauptimprint und dem für hochwertigen Techno reservierten Sublabel mörk ziehen allerdings auch weit außerhalb der britischen Inseln ihre Kreise und – wie der vorliegende Track beweist – kommt das auch sicherlich nicht von ungefähr.

Rob Hare alias Snow Bone aus London, auch beschrieben als Lobster Theremins „mysterious heavy techno purveyor“, veröffentlichte Anfang August seinen bereits dritten Beitrag zum Labelkatalog, die EP „Protoplanetary“. Der Engländer, der eine erfrischend kompromiss- und schnörkellose Herangehensweise an Techno an den Tag legt, steht für epische, Ohren wie Anlage aufs mitreißendste Art und Weise ausreizende Klanggewitter – und auch „Cult V“ bildet hierbei keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil, der Opener der „Protoplanetary“ EP ist ein perfektes Kontinuum des brachialen Sounds des jungen Briten: Auch wenn dieser auf diesem Release seine musikalischen Fühler auch hörbar Richtung Detroit ausstreckt, so sorgen auf „Cult V“ die keine Fragen offen lassenden Drums gepaart mit optimal passenden Bleeps für einen Druck nach vorne, der jeden Widerstand bricht. Als Fazit bleibt nur zu sagen: Starker Track. Starker Release. Starker Artist. Starkes Label. Mehr davon!

(Direktlink)

Bemusement à la Banksy: Let’s go to Dismaland!

by vic

Na, wenn das mal keine Meldung wert ist: erste Bilder von einem neuen Freizeitpark! Es handelt sich dabei natürlich um keinen gewöhnlichen Freizeitpark, ganz und gar nicht. Der Freizeitpark, von dem wir hier sprechen, wird nämlich von niemand geringerem konzipiert als dem britischen Künstler Banksy. Eigentlich muss vielmehr von der Persiflage auf einen Freizeitpark gesprochen werden, einer Trash-Version, die in Tropicana, Weston-super-Mare fünf Wochen lang für Besucher geöffnet ist. Bemusement statt Amusement. Die Beschreibung auf der offiziellen Website klingt definitiv spannend (yay, Strobo!):

Contains uneven floor surfaces, extensive use of strobe lighting, imagery unsuitable for small children and swearing.

Vom 22. September bis 27. Oktober können Besucher das Spektakel mit insgesamt 18 Attraktionen erleben, jedocht nicht ganz ohne Einschränkungen:

The following are strictly prohibited in the Park – spray paint, marker pens, knives and legal representatives of the Walt Disney Corporation.

Ansonsten herrschen in voller Banksy-Manier hauptsächlich zwei Dinge: Anarchie und Kunst! Letztere nicht nur von dem Anarcho-Sprayer selbst: in den drei Hauptgebäuden ist genug Platz für Ausstellungsstücke von Künstlern wie Damien Hirst, Jeff Gillette oder Jenny Holzer.

Dismaland Plan

The Independent zitiert den Künstler wie folgt: „I hope everyone from Weston will take the opportunity to once more stand in a puddle of murky water eating cold chips to the sound of crying children.“ Sounds like fun.

Banksys Dismaland

Banksys Dismaland

via The Independent // Dismaland

Die neue ernstzunehmende Talkshow: Schulz & Böhmermann, ab Januar bei ZDFneo! #sundb

by Kilian

Ahhh, erfrischend! Das Neo Magazin Royale kommt aus dem Sommerhole gekrochen, reibt sich die müden Augen und haucht dem deutschen Fernsehalltag prompt bei seiner ersten Vorstellung nach der Sommerpause ein wenig frischen Wind ein. Denn im Laufe der Sendung, über welche unter #sundb in diesem Internet diskutiert werden kann, verbreitete das sanfteste und sorgfältigste Duo Infernale der deutschen Medienlandschaft die frohe Kunde, dass ab dem kommenden Januar mit einer neuen Show der beiden zu rechnen ist.

Frei nach dem Motto „Never change a running system, that used to run but crashed at some point“ wird die altbekannte Kulisse des „letzten ernstzunehmenden Talkshowformats“ ausgekramt, abgestaubt, ein paar Lettern ausgetauscht und – zack, feddich – „Schulz & Böhmermann“. Alles bleibt beim Alten: Vom Selbstzensurknopf über die illustren Gäste bis zum guten Whiskey. Man merkt Olli Schulz und Jan Böhmermann, den beiden langjährigen Moderatoren der RadioEINS-Talkshow „Sanft & Sorgfältig“ (immer sonntags und höchst empfehlenswert) sofort an, dass sie ihre authentische und sympathische Chemie auch auf das Medium Fernsehen übertragen können und kann angesichts des bisher Gesehenen wohl kaum enttäuscht werden.

Ich für meinen Teil freue mich, nachdem ich hazebedingt bis zur Auflösung dafür gebraucht habe, hinter den Hashtag der Woche zu kommen, wie ein Kind zu Weihnachten auf das neue Baby aus dem Hause Böhmermann-Schulz und die berühmt-berüchtigten Pipi-Kaka-Witze (O-Ton Böhmermann: Die ziehen immer!). Doch, ein Wermutstropfen bleibt: Für die unnötige Spitze gegen Nils Frahm hat Olli noch einiges gutzumachen!

via Neo Magazin Royale

Bildquelle: obs/ZDFneo/ZDF/Philippe Fromage

Schwarzes Gold: Das A und B der Plattenproduktion

by vic

Auf dem Weg vom Bahnhof zu meiner WG kreuzen mich eine junge Frau, die in ihrem schlichten Kleid und bunten Haarband an eine Zeitreisende aus den 60ern anmutet, und ungefähr tausend Twentysomething-Typen mit kräftigem Vollbart. An der Ampel beobachte ich ein paar Jugendliche mit einem vermeintlichen GameBoy (der sich bei genauerem Hinsehen als Smartphone-Hülle entpuppt) beim Selfies schießen, die schließlich fast von zwei Herren auf einer Vespa überfahren werden. Vintage ist in, das steht fest. Obwohl – oder gerade weil? – wir in einer Welt des rasenden Fortschritts leben, greift man in einigen Bereichen scheinbar gerne auf Altbewährtes zurück. Aktuell ist die Retrowelle über die Musikindustrie hereingebrochen und führt dazu, dass sich immer mehr Menschen der guten alten Schallplatte zuwenden und den ehemals überschaubaren Kundenkreis aus DJs, Nostalgikern und Audiophilen sprengen.

Doch während man mittlerweile an digitale Tonträger gewöhnt ist, auf denen mehrere Stunden Musik gespeichert werden können, passen auf eine 12″-Scheibe dagegen nur vier bis sechs Titel, von denen man teilweise nur einen oder zwei richtig gut findet, die es aber wert sind, die ganze Platte zu kaufen. Wer heutzutage sein Expedit-Regal mit Vinyl füllt, kennt das vermutlich aus eigener Erfahrung. Ich wette, es gibt kaum jemanden, der in einem solchen Fall nicht schon einmal den Gedanken im Kopf hatte, sich einfach seine eigene Platte zusammenzustellen und den Inhalt auf einen Rohling zu „brennen“.

Die Kollegen von THUMP haben kürzlich das Amsterdamer Start-Up Vinylify vorgestellt, das eben dies möglich macht. Dabei surft das junge Unternehmen lässig auf einer Trendwelle der Individualisierung und erinnert in seiner Namensgebung mit der Endung „-ify“, nebenbei bemerkt, an Musikdienste wie Spotify oder Amplifya. Sie ist offensichtlich an englische Begriffe wie „modify“, „personify“, „specify“ oder „amplify“ angelehnt und steht im Grunde für die Eigeninitiative und Selbstbestimmung, für das do it yourself innerhalb eines Rahmens, den der Anbieter festlegt. Für stolze 50 Euro kann man sich auf der Website von Vinylify seine eigene Musikauswahl in eine Scheibe schwarzes Gold schneiden lassen, vorausgesetzt, es handelt sich um qualitativ hochwertige Audiodateien. Das ist definitiv keine schlechte Idee, aber auch keine vollkommen neue: in Deutschland kann der Schallplatten-Individualist die Anfertigung solcher Unikate z.B. bei Audiowerker oder Timitus Records sogar etwas günstiger in Auftrag geben und spart dabei nicht nur Kosten, sondern auch Zeit. Der Aufwand für eine solche Einzelproduktion bleibt zwar groß, mag sich aber für denjenigen lohnen, der auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem ist.

Wo wir nun aber gerade so schön beim Thema sind, möchte ich diese Gelegenheit gleich nutzen, um auf die B-Seite der Plattenherstellung zu wechseln: ihre Wiederentdeckung durch die Mainstream-Musikindustrie. Wie Labelbetreiber Thaddeus Herrmann in seinem Artikel über die Kehrseite des momentanen Vinyl-Hypes im Magazin Das Filter erklärt, leiden nämlich genau diejenigen Indie-Labels unter der neuen Blüte der Schallplatte, die ihr bereits seit Jahrzehnten treu geblieben sind und nun von den Riesen der Industrie aus den wenigen und veralteten Presswerken verdrängt werden. Die Plattenproduktion, die nach dem (von den Mainstream-Unternehmen geförderten) Siegeszug der CD jahrelang eine Nische besetzt hat, ist auf einen solchen Massenansturm schlicht und einfach nicht vorbereitet. Ein erheblicher Mangel an Spezialisten für Galvanik und extreme Monopolisierung bei der Herstellung von Masterfolien verlängern zusätzlich die Wartezeit. Insbesondere trifft es dabei viele kleine unabhängige Labels aus den Dancefloor-Genres Techno und House, deren Veröffentlichungen aus Sicht der Plattenhersteller weitaus weniger lukrativ sind, und die es sich im Gegensatz zu den Major-Labels nicht leisten können, die Priorität ihrer Bestellungen durch finanzielle Argumente zu erhöhen. Für sie wäre es gesünder, wenn der Hype um Vintage-Stuff sich wieder auf andere Branchen konzentriert und zumindest diese Nische wieder Nische sein lässt. Thaddeus Herrmanns Perspektive diesbezüglich ist immerhin optimistisch.

via THUMP / Das Filter

Vision, Ambition, Emotion: Fahrt mit Backinthedaze. aufs ØUERSCHNITT Festival! (WIN)

by Kilian

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Altehrwürdige Gemäuer sind es, die am kommenden Samstag, 22. August, mit feinsten elektronischen Klängen beschallt und mit Hingabe an die eigene Vision statt möglichst gute Vermarktbarkeit in einen Technotempel für eine Nacht verwandelt werden – alles, bloß nicht von der Stange. Im Lauterachtal in der Oberpfalz in Bayern gelegen, fand die Schweppermannsburg in Pfaffenhofen bei Kastl im 14. Jahrhundert erstmals Erwähnung. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört und im Anschluss nur rudimentär wiederhergestellt, thront sie dort seit Jahrhunderten und wird für eine Sommernacht zum Dancefloor. Wir präsentieren: Das ØUERSCHNITT Festival.

Musikalisch ist beim ØUERSCHNITT Festival der Name Programm: Statt der x-ten Wiederholung durchkommerzialisierter Line-Ups voller mäßig begabter Knöpfchendreher füllt sich die Künstlerriege mit Residents verschiedenster bayerischer Clubs und Eventreihen, die so geographische Hürden aufbrechen und lokale Szenen zusammenführen soll – sei es auch nur für eine Nacht. Die junge, hungrige Szene des Freistaats reist aus München und Nürnberg an, aus Regensburg oder aus Ingolstadt, um die Tanzwütigen durch die Nacht zu leiten: So werden neben den ÆTHER-Residents, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, beispielsweise Paul & The Hungry Wolf (Kong / München), Haidar Berisha & Stefan Riegauf (Die Rakete / Nürnberg), SÅL (Schirmherrschaft / Berlin, Regensburg) oder Marcella und Andi Lehner (KONTA / Ingolstadt) ihr Können unter Beweis stellen.

Hinter dem Festival, welches am kommenden Wochenende aus der Taufe gehoben wird, steckt die ÆTHER-Crew aus Amberg: Nach drei mehr als erfolgreich absolvierten Clubsaisons, die sie aus ihrer Homebase heraus in den ganzen Freistaat und internationale Größen wie Locked Groove, The Drifter oder Nuno Dos Santos auf ihre Bühnen geführt hat. Die mehrköpfige Crew, mit den beiden DJs Samsa und RIOTS‘ NOIZE als musikalischen Posterboys, betritt diesen Sommer unbekanntes Terrain und versucht sich an ihrem ersten Event unter freiem Himmel. Und wenn ihr mich fragt, sind die Aussichten richtig, richtig gut.


Wenn ihr also Blut geleckt habt und euch dieses vielversprechende musikalische Event live und in Farbe geben wollt, haben wir etwas für euch: In freundlicher Zusammenarbeit mit den Jungs vom ØUERSCHNITT verlosen wir 2 x 2 Gästelistenplätze an unsere lieben Leser! Alles, was ihr dafür tun müsst, ist Backinthedaze. und dem ØUERSCHNITT bei Facebook ein Like da zu lassen und unter dem korrespondierenden Facebookpost zu kommentieren und schon seid ihr dabei!

Das Gewinnspiel läuft bis Freitag, 21. August, 14 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

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Hängen mit Tarantino: Erster Trailer zu „The Hateful Eight“

by vic

Ende des Jahres wird’s mal wieder Zeit für ein paar gepflegte Schießereien, findet Quentin Tarantino. Finde ich auch.

In seinem neuesten Streich, dem Western „The Hateful Eight“ – ganz dem Titel entsprechend das achte Werk des Kult-Regisseurs – führt er uns sowohl altbekannte als auch frische Gesichter vor. Sieben knallharte Kerle (darunter Samuel L. Jackson, Tim Roth, Kurt Russell und Michael Madsen) und eine gar nicht mal so feine Dame (Jennifer Jason Leigh) treffen im verschneiten historischen Wyoming aufeinander. Eigentlich hat John Ruth, auch liebevoll „the Hangman“ genannt, die gute Frau aufgegabelt, um sie zu ihrer Exekution zu geleiten und das Kopfgeld zu kassieren, denn ihre Anklage lautet Mord. Im Verlauf des Weges gesellen sich jedoch noch zwei weitere Herren hinzu: ein Kopfgeldjäger und ein ominöser Sheriff. Schließlich von einem Schneesturm aufgehalten, sucht die illustre Gesellschaft Schutz in einer Hütte, wo der Rest der „Hateful Eight“ bereits darauf wartet, ihre Bekanntschaft zu machen – es ist also damit zu rechnen, dass nicht alles ganz so läuft, wie geplant.

Für den Soundtrack hat man keinen Geringeren als Ennio Morricone engagiert, Weggefährte von dem Western-Regisseur Sergio Leone und Komponist unzähliger Stunden Filmmusik, die heute zum Teil weltbekannt sind. Mit seiner Arbeit an der musikalischen Postproduktion für Tarantinos Nummer Acht bleibt Morricone dem Genre treu, das ihn einst berühmt gemacht hat. Und so wie man Tarantino kennt, wird das Lied vom Tod so manches Mal erklingen. Denn: „when John Ruth the Hangman catches you, you hang.“ … Oder?

„The Hateful Eight“ wird ab 28. Januar 2016 in den deutschen Kinos ausgestrahlt.

via Filmverliebt

Better be quick: Der adidas Ultra Boost im Sale!

by Kilian

Holla, die Waldfee, kann ich da nur sagen! Ein Schuh, welchen ich schon seit seiner Releaseankündigung an meinem Fuß haben will und über den ich bisher nur positives Feedback bekommen habe, landet ein halbes Jahr nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung erstmals (jedenfalls erstmals auf meinem Radar) im Sale.

Der Schuh, um den es sich handelt, ist, laut Hersteller, „The Greatest Running Shoe Ever“ – der adidas Ultra Boost. Der sportlich-schmale Runner vereint mit der Boost-Sohle und dem überragenden Primeknit-Upper zwei der Top-Technologien der Marke aus Herzogenaurach. Die Idee bzw. die Technik hinter adidas Boost ist die Folgende (Erläüterungen hier und hier gefunden): Boost ist ein „expandiertes thermoplastisches Poly­urethan“ (E-TPU), ein Kunststoff, welcher in der verbauten Sohle in Form von über 2.500 Kügelchen vorkommt und den Schuh mit exzellenten Laufeigenschaften ausstattet. So ist die Sohle auch bei hoher Belastung formstabil, gibt Energie an den Läufer zurück, statt sie zu schlucken und weist darüber hinaus eine exzellente Dämpfung auf. Für das Primeknit-Upper wird das Obermaterial in einem einzigen Schritt des Herstellungsprozesses gestrickt, was die exzellente, flexible Passform des Schuhs ermöglicht.

Doch das ganze Produkt is High-Tech: Um eine natürliche und vom Schuh dennoch optimal unterstützte Laufweise zu erreichen, wurde in der Entwicklung das Aramis-Testing-Verfahren angewandt, wobei zunächst der nackte Fuß mit Sensoren bestückt und während der Laufbewegung vermessen wird. Das System verarbeitet die gesammelten Daten in einer 3D-Analyse, was es den Entwicklern möglich macht, alle Teile des Schuhs optimal anzupassen.

Ich habe im Zalando-Sale – höchst ungern, böser, böser Laden – den ich online gefunden habe, instant zugeschlagen und bin gespannt wie ein Flitzebogen, was da in einigen Tagen bei mir in der Post landet. Wie oben erwähnt, habe ich von Besitzern ausschließlich Gutes gehört – ein echtes Qualitätsprodukt, wie es scheint. Und für den um immerhin 50 Euro günstigeren Preis von 125,95 Euro kann man sich diese Prachtstücke schon mal in den Warenkorb packen. Essen kann ich immer, Sneaker-Glücksgriffe sind Momentaufnahmen. Durch einen Klick aufs Bild kommt ihr zur Seite von HypeDeals, auf der beide Links zu Zalando zu finden sind – viel Freude mit euren neuen Botten! Ich werde sie haben, verlasst euch drauf.

Foto: via Dead Stock Sneakerblog /// www.deadstock.de

Foto: © Dead Stock Sneakerblog /// http://www.deadstock.de

via Hype Dealssneakerb0b

Experimental Epicness: Vatican Shadow – Remember Your Black Day (2013)

by vic

Wie geht ein Kreativer mit der verrückten Welt heute um? Er experimentiert und provoziert.

Dominick Fernow, der u.a. auch als Prurient oder Rainforest Spiritual Enslavement (sowie zehn weiteren Aliases) musikalisch unterwegs ist, hat als Vatican Shadow seine ganz eigene Definition von Industrial Techno geschaffen, die nicht unbedingt Dancefloor-Tauglichkeit beinhaltet, sich aber einer Experimentalität verschrieben hat, die das Hören von Musik wieder von der Neben- zur Hauptbeschäftigung werden lässt. Noch während auf meiner Anlage zum ersten Mal ein Track von Vatican Shadow lief, zu dem mich glücklicherweise mein Faible für verrückte Titel geführt hat, war mir klar, dass dem noch viele weitere folgen würden – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Selten hat jemand so gefühlvoll, kreativ und (auf positive Weise) sakral-pathetisch Härte präsentiert. Jüngst erschien von ihm 2014 in Kollaboration mit dem großartigen David Summer aka Function die LP „Games Have Rules“ [HOS425] auf Fernows eigenem New Yorker Label Hospital Productions, deren Tracks ebenfalls eher für den Genuss zuhause als im Club komponiert sind.

Die Vatican Shadow-Soloproduktionen – zuletzt „Death Is Unity With God“ (2014) und „Remember Your Black Day“ (2013), um nur die jüngsten Alben zu nennen – bilden seine persönliche Antwort auf die 9/11-Terroranschläge in seiner Heimatstadt New York. Sowohl Alben und EPs als auch einzelne Tracks sind nach darauf Bezug nehmenden Zeitungsüberschriften benannt, wie „Contractor Corpses Hung Over The Euphrates River“ oder „Tonight Saddam Walks Amidst Ruins„, und präsentieren außerdem auf ihren Covers militärische und terroristische Motive. Noch dazu steht, oder eher: bewegt sich (wer ihn schon bei einer seiner Performances gesehen hat, weiß, was ich meine) Fernow bei seinen Livesets provokant und aggressiv in Uniformen des US-Militärs hinter dem Mischpult und lehnt sämtliche Interviewanfragen ab, was ausreichend Stoff für Kontroversen bietet. Weitere, ausführlichere Hintergrundinformationen dazu liefert Luke Turners lesenswerte Review zu „Remember Your Black Day“ für das Magazin The Quietus, in der er den Vatican Shadow-Sound als „deeply un-American music“ bezeichnet. Und wenn ihr mich fragt, klingt un-American hervorragend! Das komplette Album gibt es übrigens hier zu hören, wahlweise auch regelmäßig unter dem geöffneten Fenster meiner Wohnung.

Die beiden folgenden Tracks, die ich euch außerdem nicht vorenthalten möchte, stammen aus der „When You Are Crawling“ EP [HOS398] auf Hospital Productions von 2013. Und da die Selektion der hier vorgestellten Titel (im Sinne einer Einschränkung) eine mission nearly impossible war, nun noch die Empfehlung zum Abschied: unbedingt mehr hören!

„Welche sind deine Lieblingsflüchtlinge?“: Oliver Polak schenkt dem Volksmund ein Ohr

by Kilian

Mazeltov! Deutschlands beliebtester Jude (sic!), Aktmodell mit unglaublich viel Sexappeal und der einzige Darsteller, der die Rolle des Adolf Hitler mit echtem Method Acting verkörperte, hat sich erneut mit seinem Mikrofon und einem ganzen Haufen kruder, Charakterzüge offenbarender und dabei überragender Fragen auf die Straßen der Hauptstadt begeben, um dem kleinen Mann sein Ohr zu schenken. Das heutige Thema: Flüchtlinge! Würdet ihr lieber einen afrikanischen Löwen bei euch aufnehmen oder einen afrikanischen Flüchtling? Würdet ihr euren Kumpel oral befriedigen, um zwei syrische Flüchtlinge vor dem Tod zu retten? Oder würdet ihr stattdessen lieber Sigmar Gabriel mit einem G36 – Obacht beim Zielen – erschießen? Mit solchen und anderen wunderbaren Fragen geht Oliver Polak mit beeindruckender Seriösität auf die Volksmeinung ein und schafft es, diese – so absurd und paradox sie stellenweise auch sein mag – so herrlich roh und ungeschnitten zu präsentieren, dass es eine helle Freude ist. Zum Video geht es durch einen Klick auf’s Bild – have fun!

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via Blogrebellen