Backinthedaze.

Livin' la vida locker easy.

Hello, Mark: Der erste Trailer zu „T2: Trainspotting“

by Kilian

„Hello, Mark… so what have you been up to… for twenty years?“ Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, den ich mir, inspiriert von Postern und Shirts bei irgendwelchen alternativen Mailordern, im zarten Alter von 14 (más o menos) auf einem Flohmarkt auf DVD zugelegt habe und nach wie vor jedes Mal aufs Neue genieße, ist „Trainspotting“ aus dem Jahr 1996. Die Geschichte von Renton, Sick Boy, Spud und Begbie und ihrem Trip durch Heroin, Jobs, Parties, Familie und das deprimierende Schottland des Thatcherism hat sich seit ihrer Veröffentlichung für Millionen Filmfreunde zum absoluten Kult entwickelt. Regisseur und Oscar-Preisträger Danny Boyle, den Meisten lediglich für so leidlich bekannte Filme wie „Slumdog Millionaire“ oder „127 Hours“ ein Begriff, schuf mit „Trainspotting“ einen der erfolgreichsten britischen Filme der 1990er.

Nach der Ankündigung der Produktion eines zweiten Teils im vergangenen Jahr wurde nun der allererste Trailer zur Fortsetzung „T2 Trainspotting“ veröffentlicht und die mittlerweile zweifellos gestandenen Männer vom Fach, Ewan McGregor, Robert Carlyle, Johnny Lee Miller und Ewen Bremner in ihren alten Rollen zu sehen, dürfte heute bei vielen den Novembermorgen versüßt haben. Der Trailer bringt mit seinem Soundtrack, seiner Struktur und seiner Atmosphäre sofort die Erinnerungen an den ersten Teil in den Kopf und macht darüber hinaus glücklicherweise nicht den Anschein, den Fehler aktueller Blockbusterproduktionen zu begehen, die besten Szenen des Films im Trailer vorwegzunehmen. Bis der Film am 27. Januar kommenden Jahres auf der großen Leinwand erscheint, stimmen diese Bilder und all jene, die hoffentlich noch folgen werden, schon einmal euphorisierend auf den Release ein.

via THUMP

In the drone: Lewis Fautzi – Mirror

by Kilian

Es zeugt von weitaus mehr Lebensqualität, Sicherheit und Hedonismus, sich in der beneidenswerten Situation zu befinden, mit dem Wort drone auf Anhieb ein Werkzeug der meist elektronischen respektive technoiden Musikerzeugung statt ein Werkzeug der unbemannten, hochtechnisierten, moralisch und juristisch höchst fragwürdigen, ferngesteuerten, luftgestützen Tötung von Menschen, Landsleuten und Familienmitgliedern (mit der Präzision eines Maurers gegen 15.30 Uhr) zu verbinden. Beispielsweise der Jemen, der Iran und Libyen lassen grüßen.

Doch antiamerikanischen Unkenrufen zum Trotz befinden wir uns im Land der Almans – das in der traurigeren Bedeutung des Wortes drone auch nicht durch Irrelevanz glänzt – in dieser beneidenswerten Situation und das World Wide Web spült uns in Echtzeit und in teilweise beinahe erschlagender Frequenz hochwertige Tracks und Sets in den Newsfeed. Als verhältnismäßig junges Phänomen taucht im Meer des Content des Öfteren eine Welle hochqualitativer Drone Techno verschiedenster Couleur auf, welcher mit folgender Definition von Dubmonitor nicht vollumfänglich, dennoch treffend beschrieben ist:

Drone Techno: a style of techno that utilizes sustained sounds played over a 4/4 techno beat, often to achieve paradoxical effects in the listener’s perception of the passing of time. (dubmonitor.com)

Meister dieses Fachs, welche sich bisher herauskristallisieren, sind unter Anderem Abdullah Rashim, Polar Inertia, Svreca, Varg, Oscar Mulero oder Giorgio Gigli. Doch ein gewisser Lewis Fautzi weiß sich ebenfalls glänzend auf diesem Parkett zu bewegen. Der als Lewis Gonçalves 1991 in Portugal geborene DJ und Produzent macht sich seit seinem ersten Release auf Soniculture im Jahr 2013 einen Namen in der globalen Technoszene und erhielt, obschon seines jungen Alters, den Ritterschlag, mittlerweile mit gleich mehreren seiner Produktionen in einem Set von Großmeister Jeff Mills aufzutauchen. Kein schlechter Start für einen Musiker Mitte zwanzig.

Auf Len Fakis Label Figure erschien am gestrigen Montag seine neue, vier Tracks starke EP „Elocution.“ Darauf findet sich die von den durchgängigen, faszinierenden synthetischen Sounds getragene Produktion „Mirror,“ die sich als Drone Techno allererster Güte erweist. Fünfeinhalb Minuten hervorragender Musik, die mit so wenig so viel macht. Unaufgeregter und unentwegter, fast unterschwelliger Auf- und Abbau von Spannung, eine für den Portugiesen keineswegs ungewöhnliche, hohe Qualität und eine absolute Tauglichkeit für den Club arrondieren das Bild dieses neuen Releases.

via Techno Scene

Was ist das für 1 Stunde: John Oliver zur Zeitumstellung

by Kilian

Sommerzeit. Winterzeit. Winterzeit. Stunde vor. Stunde zurück. Irgendwann zwischen dem 25. und dem 31., jeweils in März und Oktober. Man möchte eigentlich meinen, dass solch kurze und wenig gehaltvolle Informationen Platz in der eigenen Großhirnrinde finden würden, doch in wunderbarer Regelmäßigkeit wird der Mensch eines Besseren belehrt und in jedem über die Details dieser Regelung mangelhaft informierten Freundeskreis entsteht f. Die Sinnhaftigkeit, zweimal im Jahr alle Uhren um eine Stunde vor- respektive zurückzustellen, erschließt sich allerdings den Wenigsten und dem Großteil der davon Betroffenen wohl überhaupt nicht. Man kommt nicht umhin zu fragen: Was ist das für 1 Stunde?

Wie, warum und vor allem warum wir immer noch die Uhren jedes Jahr umstellen, fragte sich auch John Oliver, seines Zeichens Host der ausgezeichneten US-amerikanischen Late Night Show Last Week Tonight auf HBO, in der er sich jeden Sonntag nach einem kurzen, in der Regel aus drei Schlaglichtern bestehenden Recap der Woche im Anschluss einem größeren, intensiv aufgearbeiteten Thema widmet. Willkommener, immer wieder auftauchender Gast in den Formaten der Sendung: How is THIS still a thing? Im März vergangenen Jahres befasste sich Last Week Tonight demnach mit der Sommer- und Winterzeit und das Produkt stellt ein für alle Mal die Fakten über die Zeitumstellung klar und dabei auch humoristische Ansprüche absolut zufrieden.

via Perspective Daily

Oxia – Bouni (2002)

by Kilian

Es ist wahrlich ein Trauerspiel. Da nimmt man sich nun einmal vor, sich wieder verstärkt der Reproduktion der eigenen Gedanken und gefundener Internetfragmente in schriftlicher Form zu widmen – die Rede ist von dieser schönen Plattform hier – und zack, a sudden life appears! Wer hätte damit rechnen können? Altlasten des vergangenen Semesters, die ersten Hürden und Aufgaben des beginnenden, ein neuer Nebenjob, Verpflichtungen in der WG, Mobilitäts- und Flexibilitätseinschränkungen durch paralleles Ausfallen von iPhone und Fahrrad (absoluter Horrortrip) und eine Menge anderer Blödsinn sowie das selbstverständliche Bedürfnis nach Zeit für mich engen die Zeitfenster für die einzelnen Segmente mal wieder ungewohnt ein. Ein Zustand, mit dem ich mich erst akklimatisieren muss, aber das wird sicherlich bald kommen, wenn der Stapel an Aufgaben mal wieder etwas schrumpft.

Manchmal kommt das Gefühl auf, dass man für nichts Zeit hätte und dieses will ich unter keinen Umständen die Oberhand gewinnen lassen. Umso schöner, dass dieses Wochenende bisher unter dem leuchtenden Stern von laissez-faire stand: Besuch aus Bayern, viel Musik und rote Augen, leckeres Essen und lange Stunden zusammen, wahrlich schön. Damit einhergehend wird sich, auch dank des morgen anstehenden Feiertages, heute noch weiter ein wenig gehen gelassen und heute Abend auch endlich wieder einmal die Tanzschuhe herausgeholt, hingegen zu etwas gemäßigteren Klängen als dem folgenden Fundstück.

Darauf gestoßen bin ich, weil der von mir durchaus geschätzte Vincent Neumann, seines Zeichens Resident in der Leipziger Distillery, ihn mit Verweis auf die Bassline bei Facebook empfohlen hatte und dieser Empfehlung bin ich gerne gefolgt. Und in der Tat, die Bassline von „Bouni“ kann so einiges. Der im Jahr 2002 über das deutsche Label Monoïd veröffentlichte Track, seinerzeit die A-Seite der gleichnamigen EP, altert meiner bescheidenen Meinung nach extrem gut. Eine verhältnismäßig fröhliche Nummer in meinen Augen, die sich allerdings auch heute noch exzellent gegen Ende eines Sets machen dürfte. „Bouni“ stammt aus der Feder des Franzosen Olivier Raymond, besser bekannt als Oxia. Raymond, seinerseits Mitgründer des französischen Labels GoodLife, ist schon seit den frühen 1990ern fester Bestandteil der Szene unserer Nachbarn, begann allerdings später, sich mit stärkeren House-Einflüssen weg vom Techno zu bewegen. Kann man mögen, muss man aber nicht. Hier allerdings hat Monsieur Raymond so einiges richtig gemacht, vom markanten Bass, über die treibenden Hi-Hats und die im Hintergrund Fülle gebenden perkussiven Sounds, formt sich alles zu einem Techno-Track, der einfach Spaß macht.

via Vincent Neumann

#BarsForDays: Rapper Murs will den Weltrekord

by Kilian

Für die meisten ist das alleinige Wachbleiben von 24 Stunden ohne jegliche Hilfe schon eine mittelprächtige Krise, 24 Stunden mit irgendeiner anderen Tätigkeit ohne Pause zu füllen, ist hingegen ungleich schwerer. Der Rapper Murs, den wir unter anderem auch schon hier auf dem Blog hatten, hat sich nun allerdings vorgenommen, den Weltrekord für die längste ununterbrochene Rap-Session aufzustellen, der in seiner Größe den bisher bestehenden Freestyle-Weltrekord von neun Stunden in den Schatten stellen soll: Ganze 24 Stunden – mit der Option auf Verlängerung – will der Rapper aus L.A. Beats mit Bars komplettieren, auf einem Stuhl in einem Studio, mit unterschiedlichsten Produktionen und Rhythmen, ununterbrochen und live per Stream für die Welt auf YouTube zu sehen. Unter dem Hashtag #BarsForDays kann man die Aktion online in den diversen sozialen mitverfolgen und im unten eingebundenen Video kann sich der geneigte Rapfan noch vier bis fünf Stunden Murs gönnen.

via Noisey

Let’s play, Sven: Das Berghain-Kartenspiel ist da

by Kilian

Vielen gilt das ehemalige Kraftwerk am Wriezener Bahnhof in Friedrichshain-Kreuzberg nicht nur als der Tempel des Techno in Berlin, in Deutschland, in Europa und wahrscheinlich auf der ganzen Welt – nicht zu unrecht, wie ich finde, was hingegen eine Diskussion ist, für die man sich etwas länger Zeit nehmen sollte. Eines der Charakteristika des Berghain ist, neben dem strikten Verbot audiovisueller Aufnahmen und einer Menge Nackter und Halbnackter, seine berühmt-berüchtigte harte Tür – Mensch geworden und mit einem Gesicht versehen in Gestalt von Sven Marquardt – an der sowohl Ottonormalraver als auch Szenesnobs ins Schwitzen kommen, gekommen sind und hoffentlich noch lange kommen werden. Demokratisierung des Clubbesuchs durch als randomisiertes Chaos getarnte Selektion, sozusagen.

Die „Berghain Experience“ konnte man, Internet sei Dank, mittlerweile mit dem Berghain Trainer schon in der virtuellen Realität nacherleben, auch wenn die Erfolgschancen meines Erachtens online noch mal geringer einzuschätzen sind. Den nächsten Schritt in die reale Welt könnten die kultischen Elemente um die Schlange vor dem Berghain allerdings bald gehen: Auf Instagram präsentiert sich das neue Kartenspiel „Berghain ze Game“ und kündigt an, bald via Kickstarter finanziert werden zu wollen. In dem – ganz ungewöhnlich für – sehr bunt gehaltenen Kartenspiel, geht es darum, mit seinen Mitstreitern in die Rolle von Sven und Kollegen zu schlüpfen und die Nacht zu dirigieren.

“In Berghain ze Game, your job is to let the right people into legendary Berlin techno club Berghain. Take turns as the most powerful man in Germany and learn more about gay culture in the process!”

Sieht vielversprechend aus, wenn ihr mich fragt! Liebevoll gewählte Charaktere, sympathisch illustriert, wenn der Spielmodus dazu auch noch einige Schmankerl bereit hält, bin ich sofort am Start. Folgt den Entwicklern unter @berghainzegame bei Instagram für Updates.

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via Electronic Beats

Ronnie Earl & The Broadcasters – Kay My Dear (2007)

by Kilian

Ein sonniger Donnerstagmorgen in Leipzig, sturmfrei in der WG, Meditation Medication, Ayran im Kühlschrank, neue Boxen und ein neuer Verstärker auf dem Weg zu mir, außer der unglaublich zeitintensiven Aufgabe des Kaufens von Waschmittel annähernd nichts zu tun und soeben auch die Abgabefrist für meine Hausarbeiten um 14 Tage nach hinten schieben können: Heißt, zusammengefasst, Kili macht jetzt erstmal nix. Naja, Musik hören und darüber schreiben eben – soviel Zeit muss sein!

Meine Laune könnte angesichts dieser doch angenehmen Kombination gerade eigentlich nicht besser sein, weshalb der erste Beitrag eines heute hoffentlich produktiven Bloggertages wohl eigentlich nicht zur Stimmung zu passen scheint. Es wird bluesy. Bluesy as fuck. Begegnet ist mir dieser – Spoiler – großartige Track in einem YouTube-Video, welches meine Aufmerksamkeit eigentlich nur daher bekam, dass der Uploader darin die gleichen alten Telefunken-Boxen, welche ich jüngst erstanden habe, mit seinem Setup in seiner Wohnung präsentiert – gems in strange places, sozusagen.

Das Stück stammt von einer mir bis dato – nicht, dass meine Beschäftigung mit dieser Domäne zeitgenössischer Musik von übermäßiger Intensität gewesen wäre – unbekannten, echten Größe des kontemporären US-amerikanischen Blues: Ronnie Earl. Großartiger instrumentaler Blues eines Musikers, der nicht ein, nicht zwei, sondern bereits drei Mal den Titel „Guitar Player of the Year“ des Blues Music Magazine sein Eigen nennen konnte, begleitet von seiner Band The Broadcasters. Im Falle von „Kay My Dear,“ welches 2007 auf dem Live-Album „Hope Radio“ über Stony Plain Records erschien, sind die Musiker der Broadcasters Forrest Padgett an den Drums, Dave Limina an der Orgel und am Klavier sowie Jim Mouradian am Bass. Live wird die Band aus Boston, Massachusetts, darüber hinaus noch von Diane Blue als Vokalistin unterstützt. Discogs bezeichnet das Genre des Albums als „Modern Electric Blues“ und auch, wenn ein simples „Blues“ genügt hätte, ist die Bezeichnung doch sehr treffend. Lang gehaltene Noten, viel Twang, ein für den Blues nicht ungewöhnliches, sehr reduziertes Tempo, ideal unterstützende Backgroundmusiker und bestechendes Gitarrenspiel von Ronnie Earl – über den B.B. King nebenbei ein dem Ritterschlag ähnelndes „He makes me proud!“ zu sagen hatte – veredeln diese erst kürzlich von mir entdeckte Nummer zur echten Perle.

via Valerio Pulciani

Die Peitsche der grünen Dame: Lazy Lu (feat. LUX und Johnny Rakete) – Wenn ich breit bin

by Kilian

„Bis dann eintausend bitterböse Schreie / find‘ die Mitte, schwimm im seichten / Wasser zwischen den Gezeiten / Wenn du weißt, dass du nicht frei bist / nur getrieben von der Peitsche / der grünen Dame, dann ist das keine Liebe / sondern Scheiße!“ – Johnny Rakete

Jeder auch nur halbwegs aufmerksame Leser dieser Plattform und auch jeder nur halbwegs aufmerksame Konsument jedweder deutscher Rapmusik muss nicht darauf hingewiesen werden, dass zwischen dem Genre der einen Liebe und des Boom und Bap, ihren Fans und Funktionären und dem THC-haltigen Healing of di Nation, Cannabis, Marihuana, Mary Jane, eine wechselseitige Liebesbeziehung gibt, deren Vorzüge schon zur Genüge in musikalischen Hommagen verwertet wurden. Doch auch, wenn die dunkle Seite des Buds hier und da einmal aufgegriffen wurde, fehlt dem selbstreflektiven Pot- und Raphead die Hymne für die cannabisinduzierten Momente ganz unten. Bis jetzt.

Drei Bazis auf dem Weg nach oben: Der Nürnberger Lazy Lu, der Fürther und Wahlmünchner Johnny Rakete und LUX aus der bayerischen Landeshauptstadt machen gemeinsam auf einen auditiven Genickbrecher des Münchners Cap Kendricks – nicht umsonst junger, bayerischer, Produzentenexportschlager – eben genau das nicht, was man von drei rotäugigen Jungrappern erwarten würde und liefern auf „Wenn ich breit bin,“ der am heutigen Dienstag über den Channel der JUICE veröffentlich wurde, eben „kein[en] unreflektierten Lobgesang auf THC.“ Stattdessen gibt es in den drei Parts weise Worte voller Einsicht, die ein jeder, dessen Leben in Vergangenheit und Gegenwart unter dem nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche agierenden Zauber der grünen Dame stand, nachvollziehen können sollte. Die Cuts liefert der gute alte S-Trix – immerhin stolzer Sieger von insgesamt 13 DJ-Meisterschaften und extrem versierter Turntablist – aus meiner guten alten Hood aus der unterfränkischen Provinz und arrondiert so das beeindruckend zusammenpassende Klangbild aus Raps, Cuts und Produktion, für deren Visualisierung nicht zuletzt Deutschraps Darling Arvid Wünsch verantwortlich zeichnet. Bayern is a Weltmacht – auch im Rap.

„Wenn ich breit bin“ erscheint am 1. Oktober auf der Debüt-EP von Lazy Lu, „Paradoxon,“ welche komplett von Cap Kendricks produziert zum kostenlosen Download erscheinen wird.

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via JUICE

My Sleeping Karma – Ahimsa (2009)

by Kilian

Was ist das für 1 Stadt? Nicht nur, dass aus dem beschaulichen Aschaffenburg – wie bereits andernorts erwähnt angenehme 50km von meiner Heimat entfernt – nicht zu vernachlässigender Hip Hop stammt, sie mit Schlappeseppel eines der besten Biere Deutschlands und mit dem Colos-Saal einen der besten Veranstaltungsorte der Region haben, nein, nun darf ich auch noch bei meiner Recherche herausfinden, dass eine der Bands, die mich exzeptionell gut in meiner akademischen Arbeit der vergangenen Tage und Wochen begleitet hat, ebenfalls von dort stammt – My Sleeping Karma.

Bestehend aus Matthias „Matte“ Vandeven am Bass, Norman Wehren am Soundboard, Steffen Weigand an den Drums und Seppi an den sechs Saiten, haben sich My Sleeping Karma, deren Mitglieder sich bereits aus anderen Bands kannten, 2006 formiert und mit einem selbstbetitelten Debütalbum im gleichen Jahr den geneigten Musikkenner mit feinstem instrumentalen Rock angefixt. Um die Bandwebsite zu zitieren: „My Sleeping Karma never fail to create an unique and hypnotic score of epic proportions that is bound to send the listener on deep mental journeys.“ Punkt.

Denn exakt dieser einzigartige, hypnotische Sound, den die vier Unterfranken ohne großen Einsatz von Sprache – ein paar Lyrics hier, ein paar gesamplete buddhistische Gesänge dort – kreieren, ist es, der die Attraktion dieser Band ausmacht. Progressiv, psychedelisch, sphärisch, dennoch intensiv und gleichzeitig trippy und extrem versiert instrumentiert. Für jeden Fan grooviger, spaciger Rockmusik mit Jam-Charakter eine absolute Empfehlung: Keine überladenen, opulenten, überproduzierten Klangwände, sondern intelligent komponierte und ausgewählte, in ihrer Anzahl reduzierte Themen und Motive bestimmen den viele Parallelen zu instrumentalem Stoner Rock aufweisenden Sound.

Der Opener ihres zweiten, im Jahr 2008 über das Label der deutschen Psych-Rock-Urgesteine Colour Haze aus München, Elektrohasch, veröffentlichen Longplayers „Satya“ stellt hierbei keine Ausname dar. „Ahimsa“ – betitelt nach dem im Hinduismus und Buddhismus elementaren Prinzip des Nicht-Verletzens und der Gewaltlosigkeit – könnte ein Album nicht besser eröffnen und steht exemplarisch für den genialen Sound der vier Aschaffenburger. Instrumentaler Rock, voller Groove und Gefühl, mit präzise dosierten Phasen des Drucks und der Entspannung, sphärisch, trippy, psychedelisch, um sich darin verlieren zu können. Das Album lässt sich, YouTube sei Dank, dort ebenfalls in voller Länge finden und sei jedem, ob Aficionado oder Neuling, zweifellos ans Herz gelegt.

(Direktlink)

Für den Mann von Qualität aus dem Kiez ein Muss: Shacke One – Nettelbeckplatz / Stecks Schmiers & Suff

by Kilian

Herbst, Herbst, Herbst allerorten. Was tun gegen die sich langsam einstellende Tristesse? Durchbrecht den monochromen Dienstagnachmittag mit erfrischendem Berliner Battlerap der alten Schule: Ein neues Video von Shacke One! Der Nordberliner MC aus dem Wedding und kongeniale Nordachse-Partner von MC Bomber, dem P-Berg Ayatollah, veröffentlicht angesichts seines jüngst releasten Debüts „Stecks Schmiers & Suff“, welches der geneigte Rapfan hier bei Upstruct for free downloaden kann, ein neues Doppelvideo zu den Tracks „Nettelbeckplatz“ und dem Titeltrack „Stecks Schmiers & Suff.“ In meiner bescheidenen Meinung ist Shacke – im Vergleich zu seinem Partner in crime MC Bomber (props / no hate) – auch der versiertere Rapper der beiden. Die Punchlines schneiden scharf, kommen on point und die geradlinige Atzenlingo, mit adäquatem Klangbett von respektablen Produzenten ausgestattet, rundet das authentische Bild des Raps vom Weddingdon ab.

Der erste Track des Videos, eine Ode an den Nettelbeckplatz im Wedding, in dessen Nähe sich beispielsweise auch das ehemalige Stattbad und die Panke befinden, kommt auf einen Beat von Achim Funk, der auch noch einige weitere Nummern auf dem Tape produziert hat. Die zweite Nummer, der Titeltrack des Tapes, featured einen Sample-Beat allererster Güte, eine in gewohnter Top-Qualität überzeugende Produktion von Klaus Layer aus Berlin, definitiv einem der Besten seiner Zunft. Abgerundet wird die Videoveröffentlichung durch die Bilder von Dominik Galizia, der mit Sommer, Sonne und Großstadt die Erinnerungen an die jüngst dahingeschieden zu sein scheinenden warmen Tage wach hält. Berlin Boom Bap Battlerap – Brett!

via Morlockk Dilemma | Beitragsbild: Screenshot