Dreamy Debut: Artefakt – Kinship (Album)

von vic

Wie ein gelungener Auftakt funktioniert, demonstrieren in diesem noch recht jungen Jahr die Niederländer Robin Koek und Nick Lapien, die zusätzlich zu ihren Soloprojekten zusammen als DJ-Duo und Liveact unter dem Namen Artefakt die Clubs aufmischen. Nachdem bereits einige ihrer gemeinsamen Produktionen seit 2014 auf EPs der Labels Prologue, Field Records, Delsin und Konstrukt erschienen sind, feierten die beiden am 20. Februar 2017 mit „Kinship“ [122DSR] nun ihr Album-Debüt auf Delsin Records.

Das gute Stück beweist auf 2 x 12“ nach den vorangegangenen EPs zum wiederholten Male das Feingespür des Duos für das Zusammenwirken von Percussion und atmosphärischen Klangreisen und deckt mit seinen sieben Tracks ein recht breites Genre-Spektrum von Ambient über Electro und Acid bis hin zu Dub-Techno ab.

Nach dem behutsamen Einstieg durch den gleichnamigen Titel „Kinship“ wird es mit „Tapestry“ ein wenig düsterer, was daraufhin die Electro-Dynamik, Harmonie und frühlingshafte Unbeschwertheit von „Entering The City“ und „Somatic Dreams“ wieder ausgleichen.

„Fernweh“ schiebt im Anschluss noch ein wenig an und leitet damit zu „Return To Reason“ über, einer Nummer, die wohl in nächster Zeit noch auf der ein oder anderen dunklen, vernebelten Tanzfläche zu hören sein dürfte. [Nachträgliche Anmerkung: „Return To Reason“ eignet sich im Übrigen – und vermutlich nicht zufällig – hervorragend als Soundtrack für den gleichnamigen Experimentalfilm von Man Ray (Originaltitel: „Le Retour À La Raison“) aus dem Jahr 1923, den es auch auf Youtube zu sehen gibt. Man spiele also Film und Track parallel ab – zack feddich: 29nov films.] „Tapeloop 1“ schließt mit seinen harmonischen Sphären als siebter und letzter Titel den musikalischen Kreis, womit „Kinship“ zugleich sein Ende findet und wieder von Neuem beginnen kann.

Und tatsächlich hat man an dieser Stelle irgendwie das Gefühl, soeben einer in sich geschlossenen Narration gefolgt zu sein. Sogar – voll schön! – mit Happy End. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, dem sei der folgende Link zum freien Stream in voller Länge auf Bandcamp empfohlen.

„Kinship“ bei Delsin Records
Artefakt
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