Frank Motley & The Hitchhikers – Mr. Fortune (1971)

von Kilian

„From WNYC, this is Freakonomics Radio: the podcast that explores the hidden side of everything. Here is your host, Stephen Dubner.“

Tröt-Tröt-Tröt. Rigidigidingding. Tröt-Trö-Tröt. Ragdagadakdak. Tröt-Tröt-Tröt. Ragadagadakdak. Tröö-rötötöt. Trommeltrommeltrommel. Sorry. Es wäre nicht das erste Mal auf dieser Plattform, dass die Inspiration zu einem Post aus dem Reich der Podcasts käme. In diesem Fall dient der vorliegende Song dazu einem der qualitativ und inhaltlich hochwertigsten englischsprachigen Podcasts als Intro und regelmäßigen Hörern jenes Podcasts dürfte die Melodie mittlerweile so vertraut sein wie die Gongs der Tagesschau. Die Rede ist von Freakonomics Radio, dem Podcast des Journalisten und Autoren Stephen J. Dubner. Mr. Dubner ist vor allem durch seine Arbeit für die New York Times und seine drei, in Zusammenarbeit mit dem renommierten Ökonomen Steven Levitt von der ebenso renommierten University of Chicago, erschienenen Bücher und Bestseller „Freakonomics: A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything“ sowie dessen Nachfolger „SuperFreakonomics“ und „Think Like A Freak.“ In Freakonomics Radio geht Stephen Dubner – mit häufigen Auftritten von Steven Levitt –, wie das eingangs gesetzte Zitat ankündigt, so ziemlich allen Phänomenen des täglichen Lebens mit einem oft ökonomischen, doch immer gründlichen, differenzierten und interessanten Ansatz auf den Grund, so in der Vergangenheit beispielsweise warum wir immer noch Bargeld benutzen, ob das Schreiben mit der Hand noch zeitgemäß ist, oder ob uns, wie 2008 mit den Immobilien, ein Platzen der Blase von Matratzengeschäften bevorsteht. Kurzum: Freakonomics Radio ist ein großartiger Podcast, der vorbehaltlos zu empfehlen ist. But back to what we’re here for!

Bei extravagantem, abseits der Norm liegendem Einsatz rhythmischer Mittel in der Musik kann sich bisweilen die Frage aufdrängen, ob das Gehörte nun genial oder einfach schlampig ist. Dieses Gefühl kann den Hörer bei, sagen wir, einem Primus-Livegig befallen, wenn Les Claypool im Tropenhut seine Whamola malträtiert, im Club, wenn holpernder und polternder Techno oder ein gewollter oder ungewollter holpriger Übergang auf einmal Sinn zu ergeben scheinen, oder wenn man sich einmal durch die Jazz-Diskographie des dritten Quartals des 20. Jahrhunderts hören möchte – der Grat ist ein schmaler, soviel ist gewiss. Auch bei diesem Song, der mittlerweile auch schon ganze 35 Jahre zählt, hat man es darauf ankommen lassen, doch die Waage schlägt ganz eindeutig in eine Richtung aus.

Frank Motley war ein US-amerikanischer Instrumentalist und Bandleader, der in seiner von den 1950ern bis in die 1970er Jahre reichenden Karriere hauptsächlich in Kanada aktiv war. Eine der Besonderheiten des Trompeters, der auch als Sänger und Posaunist aktiv war, war seine Technik, zwei Trompeten gleichzeitig zu spielen, die ihn auch den Namen Spitznamen „Dual Trumpet“ Motley einbrachte. Um 1966 gründete er in Toronto die Band The Hitchhikers, welche bis 1970 Bestand hatte. Das von Wayne McGhie geschriebene „Mr. Fortune“ befindet sich ausschließlich auf einer in Kanada gepressten und über Heart Records im Jahr 1971, nach der Auflösung der Hitchhikers, erschienenen Single. Ins Ohr stechen sofort der unregelmäßige, holpernde Groove, der absolut glänzende Sound des Schlagzeugs, die Epik versprechenden Klänge der Bläser (besonders) im Intro und die bestechende Stimme des Vokalisten, Mighty Pope – funky ist fast kein Ausdruck mehr. Feinster, alles andere als ordinär klingender Funk, bei dem von der Kick zur Snare, von der Bläsersektion zum Gesang, irgendwie alles passt.

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