Deutsch in Kaltland: Ein ganz normaler Januar

von Kilian

Würde man sich nach unserer nicht wirklich als stringent zu bezeichnenden, immerhin bereits vor über einem halben Jahr begonnenen Berichterstattung zu den Themen Rechtsextremismus, Refugees und Papa Staat und ihren Wechselwirkungen richten, könnte man glatt meinen, dass es irgendwie recht ruhig um diese drei Punkte der Tagesordnung geworden wäre.

Haha, das glaubt ihr doch selber nicht.

Auf unten eingebundener Karte seht ihr einen detaillierten, mit Presse- und Medienberichten fundierten Überblick über die Geschehnisse des Januars 2016 – eines einzigen Monats. Doch auch, wenn eine überwältigende Menge an Icons auf der Karte zu sehen ist, von denen jedes einzelne für eine Tat gegen Refugees, Journalisten, Politiker, Aktivisten oder Unbeteiligte steht: Dabei wurden explizit nur die Fälle aufgenommen, für die es belegte Quellen gibt – daher erheben die Ersteller der Karte (traurigerweise) auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ohnehin ist jede dieser Markierungen eine zu viel. Diese Taten rangieren von Hakenkreuzschmierereien – die verständnisvollere Geister auch gegebenenfalls als Dummejungenstreiche abtun mögen – über Anschläge mit Pyrotechnik oder Steinen auf Flüchtlingsunterkünfte bis zu 200 randalierenden Nazihools in Connewitz im Leipziger Süden, „ganz zufällig“ während sich ein beinahe ebenso ekelhafter brauner Mob unter dem Banner von LEGIDA in der eigenen Beschränktheit und Deutschtümelei sonnte.

Und die Reaktionen auf dieses Klima in Deutschland? Asylrechtsverschärfung, Gründung einer Sächsischen Hilfspolizei mit ganzen drei Monaten Ausbildung, den Pistoleras von der AfD und ihrem Schießbefehl an der Grenze, einer Bundes-CDU, die mehr oder minder auf offenem Konfrontationskurs mit ihrem Juniorpartner geht und einer Sachsen-CDU, die sich in dem ganzen Gewimmel aus aus drei Buchstaben bestehenden Abkürzungen auch irgendwie näher an der AfD befindet. Ganz schön deutsch hier, in Kaltland.

via NO LEGIDA / Die Kentrail-Verschwörung