Deutsch in Kaltland: Schüsse auf Flüchtlingsheim in Böhlen

von Kilian

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Man kann wirklich nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte. Ich vermeide die zehntausendste Wiederholung einer abgedroschenen Floskel eigentlich gerne, so gut es geht, doch momentan macht unser Land bzw. die Stimmung in unserer Gesellschaft einen Wandel durch, der mich auf der einen Seite konsterniert und stinksauer, doch auf der anderen Seite wirklich mit einem mulmigen Gefühl im Magen hinterlässt.

Laut Berichten der Polizei wurde am vergangenen Wochenende mehrfach auf ein Flüchtlingsheim in Böhlen (Sachsen) geschossen, verletzt wurde dabei niemand. Gerufen wurde die Polizei in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag jeweils kurz nach Mitternacht. Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) hat die Ermittlungen aufgenommen, Angaben zu potentiellen Tätern oder zum Waffentyp wurden aus ermittlungstechnischen Gründen nicht gemacht. Anfang des Jahres erhielt das Böhlener Heim bereits traurige Berühmtheit, da ein Ex-Funktionär der Republikaner als Heimbetreiber fungiert.

Ich werde das erst einmal unkommentiert so stehen lassen, habe mir jetzt aber vorgenommen, über solche Ereignisse ein wenig aktiver Bericht zu erstatten. Ihr findet das dann alles unter der Kategorie „Deutsch in Kaltland“ zusammengefasst: Sei es die harte Hand der deutschen Bürokratie, staatliche Repression oder braune Stumpfköpfe, Material werden wir für diese Kategorie – leider – sicherlich genug haben.

Scheiben gehen zu Bruch

In der Nacht zum Sonnabend sowie in der Nacht zum Sonntag wurde die Polizei jeweils kurz nach Mitternacht zu der Asylbewerberunterkunft gerufen. Nach Informationen des MDR hatten Unbekannte zuvor auf das Heim geschossen. Sie beschädigten dabei ein Zimmerfenster und Teile der Fassadenverglasung.

Betreiber in der Kritik

Das Asylbewerberheim in Böhlen war bereits Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten. Damals wurde bekannt, dass ein Ex-Funktionär der rechten Republikaner das Heim betreibt. Die Unterkunft war zuvor ein Hotel. Sie bietet Platz für rund 100 Flüchtlinge.

via NO LEGIDA / Mitteldeutscher Rundfunk

Bild via Das ist Rostock